Zu Fuß

Wandern vor der Haustür: Kleiner Mainzer Höhenweg, Etappe Ober-Olm – Mombach

Zum Jahresabschluss eine Runde wandern gehen – eine gute Idee. Wieder einmal freuen wir uns über das Stadtnahe Angebot rund um Mainz.

Nachdem wir Anfang Juni bereits auf dem Kleinen Mainzer Höhenweg unterwegs waren und von Laubenheim nach Ebersheim wanderten, zieht es uns an Silvester zu Etappe drei des Weges. Los geht es am Ober-Olmer Forsthaus, mit dem Bus 650 vom Mainzer Hauptbahnhof gut zu erreichen. An der Bushaltestelle suchen wir erst ein wenig nach dem richtigen Einstieg – bis wir merken, dass es tatsächlich die ersten Meter quer über die Felder auf einem mit Gras bewachsenen Weg entlang geht.

Am Waldesrand passieren wir einen Parkplatz. Der Weg führt in einer ziemlich geraden Linie durch den Ober-Olmer Wald. Zwischen Lerchenberg, Finthen, Wackernheim und Ober-Olm gelegen, ist die etwa 350 Hektar große Fläche eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Rheinhessen. Und das merkt man: Viele Spaziergänger, Jogger und Radfahrer sind unterwegs.

Durch den Ober-Olmer Wald.

Wir lassen den Wald hinter uns und laufen durch die Finthener Obstfelder. An dem ein oder anderen Baum hängen sogar noch Äpfel, häufig sehen wir das Fallobst auf dem Boden liegen und wundern uns, dass die Landwirte es nicht einsammeln.

Nicht weit entfernt ist der Finthener Flugplatz – wir hören eine startende Maschine und passieren die Landstraße, die von Finthen nach Wackernheim führt. Am Ortsrand mit einigen Neubauten entlang laufend, tauchen wir bald in den Lennebergwald ein und erreichen die Sieben Weiher. Baron von Waldthausen hatte diese Anfang des 20. Jahrhunderts zur Fischzucht angelegt, heute sind nur noch fünf Weiher vorhanden. Dass die verbliebenen Biotope nun in gutem Zustand sind, liegt an einer Initiative des Wander- und Lennebergvereins “Rheingold” Mainz e.V., die die Anlage wieder herrichteten.

Die Sieben Weiher

Wir unterqueren die A 60 und passieren ein Gehege mit Maultieren mitten im Wald. Der Weg führt an der Hinterseite des Försterhauses vorbei. Wir passieren eine Quelle und erreichen schließlich nach etwas Aufstieg das Schloss Waldthausen. 1909 von Martin Wilhelm Freiherr von Waldthausen erbaut, ist es heute Sitz der Sparkassenakademie. Da der Park öffentlich zugänglich ist, laufen wir einmal um das Schloss herum, machen ein paar Fotos und verlassen das Gelände am Pförtnerhaus.

Schloss Waldhausen

Um Lennebergkuppe und den darauf 1880 errichteten Lennbergturm zu erreichen, queren wir die Landstraße. Der Aussichtsturm ist hübsch anzuschauen, an diesem Tag aber leider geschlossen. Nicht so richtig in die Landschaft passt dagegen die daneben liegende neu gebaute Gaststätte. Die alte war abgebrannt, der “moderne Klotz” passt nicht so richtig, finden wir. Dass der Turm mit Blick bis in den Taunus (bei gutem Wetter zumindest) dort steht, ist dem Mainzer Adam Allendorf zu verdanken. Er gründete den Lennebergverein mit einer noch heute aktiven Wandergruppe.

Der Lennebergturm.

Von der Anhöhe aus führen uns einige Stufen nach unten zur Karl-Brand-Hütte. Weiter geht es durch den auch von Joggern gerne genutzten Lennebergwald. Weit verzweigt ist das Wegenetz und so passieren wir ständig Wegkreuzungen. Schließlich erreichen wir nach rund drei Stunden und knapp 13 Kilometern den Endpunkt unserer kleinen Silvester-Wanderung – den Mombacher Waldfriedhof. Von dort aus geht es mit dem Bus 60 zurück zum Hauptbahnhof.

Unser Resümee: Eine schöne Wanderung, um in der Nähe sich ein wenig zu bewegen. Das Höhengefühl fehlt allerdings ein wenig. Auch wenn uns klar ist, dass wir am Rande der “Mainzer Bergdörfer” unterwegs sind, so stellt sich doch nicht das “Ausblick-Gefühl” wie auf Etappe eins der Wanderung ein. Zwischen Laubenheim und Ebersheim ist die Sicht auf den Rhein und die Ebene wirklich toll.

Info: Das Streckenprofil gibt es bei Outdooractive.

Jule Lumma

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Leitung Digital bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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