Eußerthal - Dernbach - Ramberg
Zu Fuß

Wandern (fast) vor der Haustür: Eußerthal – Dernbach – Ramberg

Während unseres verlängerten Pfalz-Wochenendes übernachten wir zwei Nächte auf dem Stellplatz in Eußerthal. Von dort aus starten wir zur Wanderung über Dernbach und Ramberg.

Eine einfachere Tour, um sie auch mit Einjährigem im Tragetuch zu laufen: Mal wieder werden wir im Kompass-Wanderführer Pfälzer Wald fündig: Als einfach wird die Runde „Ramberg – Burgruine Ramburg – Schwörstein – Dernbach“ bezeichnet, 13 Kilometer lang und in rund dreieinhalb Stunden zu schaffen. Wir nehmen die Tour als Grundlage und suchen einen Einstieg ab Eußerthal, wo wir mit unserem Bus stehen.

Von der Hauptstraße aus führt ein mit der Nummer drei markierter Weg Richtung Sanatorium. Erst sind wir uns nicht sicher, ob wir richtig sind, sieht es am Anfang doch eher wie eine verlängerte Haus-Zufahrt aus. Doch kaum sind wir am letzten Häuschen vorbei, an dem eines der vielen Schilder auch auf Hänsel und Gretel hinweist, kommen wir auf einen schönen Pfad mit schöner Weitsicht auf Eußerthal.

Eußerthal

Bald schon sind wir im Wald und laufen über schmalere Pfade. Hier scheint zumindest heute noch keiner entlang gelaufen zu sein, denn immer wieder landen feine Spinnweben auf unserer Haut. Hier und da säumen Brennnesseln den Weg – lange Hosen wären auf diesen kurzen Metern tatsächlich nicht schlecht, doch es geht auch so.

Wir erreichen das Sanatorium, heute als Fachklinik Eußerthal bezeichnet. Suchtkranke werden hier mitten im Wald behandelt. Der Weg ist nicht so richtig ausgeschildert und so folgen wir einem Pfad unterhalb des Gebäudes entlang und kommen an der Sporthalle mit Outdoor-Geräten heraus. Das ist scheinbar auch der Rauchertreffpunkt der Klinik, einige Patienten haben sich hier versammelt.

Eußerthal Sanatorium

Am Parkplatz vorbei kommen wir an eine Wegkreuzung und müssen wieder einmal die Karte zu Rate ziehen, wohin es nun geht. So folgen wir einem gut ausgebauten Weg Richtung Dernbach, der teilweise recht steil nach unten ins Tal führt. Reiter und ein paar wenige Wanderer kommen uns entgehen.

Am Galgenberg stoppen wir kurz. Laut der Infotafel gab es hier früher Hinrichtungen – gut sichtbar sowohl aus Dernbach als auch Ramberg. Wir sind kaum im Dernbach drin, biegen wir links ab auf einen Feldweg Richtung Ramberg. Eben führt dieser an Wiesen und Weiden vorbei. Wir sehen Pferde, Schafe und Ziegen. Das Dernbachtal soll im Frühling übrigens besonders schön sein, wenn die vielen Kirschbäume blühen.

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Bald schon kommen wir in Ramberg an, der Ort der Bürstenbinder. Bis zu 30 Bürstenfabriken hat es hier einst gegeben. Die Ramberger waren mit ihren Produkten in ganz Europa unterwegs und bekannt für ihr Handwerk. So gibt es im Ort auch ein Museum, das die Geschichte erzählt – angefangen von der Handarbeit bis hin zur industriellen Fertigung.

Ramberg

Wir laufen durch das Dorf, vorbei an hübschen Häuschen und einer toll gestalteten Grünfläche. Zwei Männer rechen dort das gemähte Gras zusammen. Wie sie dort mit ihren Holzrechen und Sonnenhütten einträchtig arbeiten, wirkt das sehr idyllisch.

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Die Schlossbergstraße geht es für uns nun hoch Richtung Wald. Dem Wegweiser zum „Keschdebusch“ folgen wir dabei nicht – der Abstecher hätte zum wohl ältesten Kastanienbaum Deutschlands geführt, dessen Alter auf etwa 300 Jahre geschätzt wird. Nach etwa einer Stunde über einen sanft ansteigenden Waldweg erreichen wir die (derzeit geschlossene) Burgschenke und laufen hoch zur Ramburg. Von der Ruine auf 444 Metern haben wir eine wunderbare Fernsicht und sehen den Asselstein sowie die drei Burgen Trifels, Anebos und Münz.

Eußerthal - Dernbach - Ramberg

Die Ramburg wurde im 12. Jahrhundert als Schutzburg für die Trifels gebaut. Während des Bauernkrieges brannte die Burg komplett aus und wurde vom Grafen von Löwenstein 1560 wieder als Wohnburg aufgebaut. Wie es bei Wikipedia heißt, wurde die Ramburg zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Steinbruch genutzt – kein Wunder, dass heute viele Teile der einstigen Burg fehlen.

Ramburg

Wir rasten auf einem der verbliebenen Mauerstücke und packen unser mitgebrachtes Picknick aus: Pfälzer Brot und Dosenwurst, gekochte Eier und ein Stückchen Kuchen – uns geht es einfach gut.

Gestärkt folgen wir anschließend dem roten Punkt zur Pottaschhütte, die überall als Böchingerhütte ausgeschildert ist. Am Hühnerberg biegen wir links ab und laufen zum Schwörstein. An der Felsplatte wurden die Wächter über das Waldrecht vereidigt.

Eußerthal - Dernbach - Ramberg

Von dort aus wählen wir den Weg Richtung Kneipenkopf und Walterskopfm zurück Richtung Eußerthal. Immer wieder gibt es tolle Ausblicke samt Burgenblicke. Über einen steilen Weg geht es schließlich ab.

Eußerthal - Dernbach - Ramberg

Wir kommen auf der anderen Seite des Ortes heraus und laufen nun vorbei an den Überresten des Klosters Eußerthal, der Zisterzienser Kirche und einigen Infotafeln, die mehr zu den historischen Gebäuden und der Geschichte des Ortes berichten.

Eußerthal Kirche

Nach 18 Kilometern und vier Stunden und vierzig Minuten kommen wir wieder an unserem Ausgangspunkt an. Ein bisschen müde sind wir nach dem Wandertag schon, doch die Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Landschaft in dieser Ecke des Pfälzer Waldes ist einfach nur wunderschön.

Den detaillierten Weg samt Höhenprofil gibt es bei Outdoor Active.

Jule Lumma

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Leitung Digital bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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