Drachenfels
Zu Fuß

Wandern (fast) vor der Haustür: Neidenfels – Lambertskreuz – Drachenfels

Eine wirklich schöne Wanderung ist der 19-Kilometer-Rundweg von Neidenfels über Lambertskreuz und den Drachenfels wieder zurück in den beschaulichen Ort im Pfälzer Wald. Etwas Ausdauer muss man mitbringen, dafür gibts unterwegs mehrere Einkehrmöglichkeiten mit leckeren Pfälzer Spezialitäten.

Wir sind unterwegs mit lieben Freunden und stellen unser Auto in Neidenfels ab. Parken ist direkt am Bahnhof oder aber an einer der Kirchen möglich. Unser erstes Ziel ist die Burgruine Neidenfels, die 1229 vom Pfalzgrafen Rudolf den II. zum Schutze der Wälder und der Straße sowie für die Jagd erbaut wurde. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir die Überreste der Wehrtürme. Ein Treppenturm ist noch zu erkennen, genauso Kellergewölbe.

Neidenfels

Schön ist der Ausblick auf das Frankensteiner Tal, doch uns zieht es bald schon weiter, liegt doch eine lange Tour vor uns. Wir folgen der grün-weißen Markierung und laufen leicht aufwärts gehend einem schönen Weg durch den Wald. Die älteste Hütte des Pfälzer Waldvereins lockt uns und so malen wir uns schon aus, welche Deftigkeit denn auf unserem Teller landen wird. Leberknödel, Bratwürst, Saumagen oder doch der Wurstsalat mit Pommes?

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Kurz vor zwölf erreichen wir Lambertskreuz und finden schnell einen Platz. Wir haben Glück: Kurze Zeit später bilden sich Schlangen vor dem Essens- und Getränkeverkauf. Doch nichts im Vergleich zu anderen Sommertagen, an dem es auf der Hütte richtig voll sein kann. Wir genießen unsere Rast – geworden sind es Leberknödel und Saumagen, natürlich mit Sauerkraut, dazu Riesling- bzw. Traubensaftschorle. Hach, die Pfälzer Kultur….

Gut gestärkt geht es bald weiter – und zwar erst einmal abwärts auf einem schmaleren Pfad. Wir folgend dem Stütertalbach und biegen bald wieder links ab. Erneut geht es über einen schmalen Pfad, doch dieses Mal Bergauf. Die Strecke zieht sich und ist durchaus anstrengend, doch die Aussicht oben entschädigt dafür. Schließlich sind wir nun auf 570 Meter angekommen, der höchsten Erhebung des Pfälzer Waldes nördlich der Linie Hochspeyerbach/Speyerbach.

Wir erkunden das 13 Hektar große Felsplateau aus Buntsandstein, dass seit 1972 unter Naturschutz steht. Es geht zu zwei Felsvorsprüngen mit schöner Aussicht – mal rein in die Tiefen des Pfälzer Waldes, mal Richtung Rheinebene. Wir steigen ab zu zwei Höhlen – zur kleineren Drachenkammer und der größeren Drachenhöhle. Der Name wird übrigens mit der Nibelungensage in Verbindung gebracht. Hier kommen Erinnerungen an Pfadfinden-Abenteuer auf und wir erzählen uns – vermutlich leicht verklärte – Geschichten aus unserer Jugend, denn die Höhlen sind ein beliebter Übernachtungsplatz für Gruppen auf Wanderung.

Über den Friedrichsbrunnen und der Sieben-Wege-Spinne gelangen wir zur Pottaschhütte. Schade eigentlich, dass an dieser ehemaligen Ansiedlung heute keine Hütte mit Bewirtung steht, sondern nur ein Unterstand mit Sitzbänken. Es wäre der perfekte Zeitpunkt für ein Stück Kuchen (Ok, für Kuchen ist immer der richtige Zeitpunkt…). Pottasche, heute Kaliumcarbonat genannt, wurde an dieser Stelle auf den Rückständen der Holzkohlenbrennerei hergestellt.

Weiter geht es recht eben über einen breiten Waldweg, der teilweise etwas sandig ist. Auf den letzten Kilometern laufen wir teilweise in Serpentinen nach unten. An einer Stelle ist das Vorwärtskommen etwas schwieriger, der schmale Pfad ziemlich eingewachsen. Doch die Abwechslung macht solch eine Wanderung auch aus.

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Wer zum Ende hin noch Energie hat, kann die Ruine der Burg Lichtenstein besuchen. Uns genügt der Blick von unten auf die 1200 erbaute und 1281 zerstörte und nicht wieder aufgebaute Burg. Da sie im 19. Jahrhundert auch als Steinbruch verwendet wurde, ist von ihr leider nicht mehr viel übrig.

Wir kehren zum Ende noch einmal ein: Direkt am Ortseingang von Neidenfels hat der Pfälzer-Wald-Verein eine kleine Gastwirtschaft. Auch wenn die Kuchenauswahl an diesem Sonntag nicht die umfangreichste ist – verdient haben wir uns nach den 19 Kilometern den Zucker und ein Kaltgetränk alle Mal!

Grundlage unserer Wanderung war diese Tour auf Outdoor Active, die wir mit leichten Abweichungen auch gelaufen sind.

Jule Lumma

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Leitung Digital bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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