Langlauf im Bayerischen Wald: Aktivzentrum Bretterschachten
Oberhalb von Bodenmais gibt es mit dem Aktivzentrum Bretterschachten eines der schneesichersten Langlaufgebiete in Mitteleuropa, begünstige durch die Höhenlage zwischen 1100 und 1300 Metern. Auf der Webseite heißt es, dass im Januar 114 Loipenkilometer normalerweise garantiert sind, egal, ob man klassisch unterwegs ist oder per Skating. Da in der Aktivcard des Bayerischen Waldes, die wir durch unsere Unterkunft in Bodenmais haben, die Möglichkeit besteht, für einen Tag kostenlos Langlaufski zu leihen, nutzen wir die Gelegenheit und probieren den für uns bisher fremden Sport aus.
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Bei Sport Pöschl werden wir super nett empfangen. Auf unserem Erkundungsspaziergang durch Bodenmais fragen wir dort nach, ob die Langlaufskier-Ausleihe möglich ist. Wir sollen einfach am nächsten Nachmittag vorbeikommen, wenn wir montags gerne Langlauf ausprobieren möchten. Das tun wir: Am Sonntag schauen wir vor Schwimmen und Sauna im Sportgeschäft rein (Achtung, es gibt gleich mehrere!). Nach Angabe von (Schuh-)Größe und Gewicht erhalten wir Schuhe, Skier und Stöcke. Alles wird einmal ausprobiert: Ist in den Schuhen noch ein daumenbreit Platz? Gehen die Stöcke bis zu den Achseln, wenn man auf Zehenspitzen steht? Auch wird uns gezeigt, wie die Bindung funktioniert und wir mit den Schuhen in die Skier hineinkommen. Entspannt finden wir, dass wir das Equipment schon am Tag zuvor abholen können.
Und dann geht es los! Am Montagmorgen fahren wir mit dem Skibus zum Aktivzentrum Bretterschachten. Als wir ankommen, schneit es bereits. Wir schnallen die Skier an und versuchen uns am Vorwärtskommen. Zuvor hatten wir uns Videos bei YouTube angeschaut. Eine nette Frau zeigt uns den Einstieg zur Übungsloipe. Langsam probieren wir das einfache „gehen“ aus, dann kommt das Schlittern dazu („wie bei einem Roller“, hieß es im Video). Die gespurte Loipe macht es uns einfach.


Schließlich kommt die erste Steigung, bei der wir die Stöcke stärker einsetzen müssen. Überhaupt klappt das mit den Stöcken ganz gut, dass sie kreuz-diagonal zu den Skiern geführt werden. Alles, was wir hoch müssen, müssen wir später wieder runter – mal schauen, wie das wird! Doch nun steht die nächste Steigung an. Die Spur hört auf, den kleinen Hügel versuchen wir mit V-förmigen Skiern zu erklimmen. Auch das haut hin.

Bevor es an die längere Abwärtsfahrt geht, kommen auf der Übungsloipe kürzere Stücke, auf denen man herunterfährt. Eine gute Gelegenheit, das mit dem Bremsen einmal auszuprobieren. Der linke Ski wird dazu schräggestellt. Wenn man genug gebremst hat, nimmt man den Ski wieder in die Spur rein. Klappt! Die lange Abfahrt kann kommen – und das tut sie. Die Übungsloipe ist gerade mal zwei Kilometer lang.


Nachdem wir zweimal auf der Übungsloipe unterwegs waren und uns bei einer kurzen Pause mit Tee aufgewärmt haben, trauen wir uns an die Fitnessloipe. Sie ist vier Kilometer lang, 100 Höhenmeter sind dabei zurückzulegen. Die Fitnessloipe wird auch als leichte Tour kategorisiert. Den Anfang teilt die Runde mit der Übungsloipe. Doch statt rechts abzubiegen, geht es für uns weiter geradeaus. Wir haben nun immer wieder Anstiege – und sind ein Stück lang ganz allein im Winterwald. Der Schnee wird auch immer stärker.


Nachdem wir etwas mehr als die Hälfte der Fitnessloipe geschafft haben, geht es ein ganz schönes Stück abwärts. Dabei muss auch ein Stück ohne Spur bewältigt werden. Gar nicht so einfach, wenn man keine Skierfahrung hat, wie es bei Lukas der Fall ist. Doch das Stück wird gut gemeistert, auch wenn ab und an mal mit dem Popo gebremst wird.
Zum Ende hin wechseln sich Aufstiege und Abfahrten ab. Wir kommen just am Aktivzentrum an, als auch ein Bus zurück nach Bodenmais fährt. Da der Schnee inzwischen recht stark ist und man gerade bei den Abfahrten ohne Skibrille kaum was sieht, beschließen wir, hereinzuspringen. Das erste Mal Langlaufen war definitiv nicht das letzte Mal!