Wandern im Mittelrheintal: Rhein-Wisper-Glück bei Lorchhausen
Es wird mal wieder Zeit für eine Wisper-Tour (wir sind schon einmal den Wispertrail Glaabacher Almauftrieb gelaufen und waren sehr begeistert). Lust haben wir auf tolle Panoramablicke, ein paar Steigungen und abwechslungsreiche Wege. Beim Rhein-Wisper-Glück wird das geboten. Den Wanderweg im Übergang von Rheingau ins Mittelrheintal, der auch als Premiumweg ausgezeichnet ist, haben wir bei Outdoor-Active entdeckt und schon länger auf unserer Liste.
In knapp drei Stunden legen wir etwas mehr als elf Kilometer zurück, dazu 420 Höhenmeter. Die Höhenmeter zeigen sich häufig in zusammenhängenden Etappen. So sind es nach den ersten zehn Minuten zum Beispiel schon auf einem knappen halben Kilometer 100 Höhenmeter.
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Wir parken am Bahnhof in Lorchhausen und starten von dort. Alternativ könnte man hinter dem Friedhof das Auto abstellen und unterhalb der Clemenskapelle in den Wanderweg einsteigen. So würde man sich den schmalen und steilen Anstieg zu Beginn sparen. Wir finden diesen an diesem Wandersonntag reizvoll: Der Blick auf den Rhein ist einfach toll. Wir können uns vorstellen, dass später im Frühjahr oder im Sommer der Weg schlechter zu gehen ist, da ein Stück des Weges von Brombeeren gesäumt ist.




Bald schon kommen wir an ein Tor, durch das wir durchmüssen. Es dient dazu, dass Ziegen und Schafe, die hier Landschaftspflege betreiben, in ihrem Bereich bleiben. Kurze Zeit später haben wir den Zustieg bewältigt und laufen auf einem breiteren Weg Richtung Tempelchen Lorchhausen.


Der Rheinsteig verläuft hier auch ein Stück. Alle Wege sind bestens ausgezeichnet. So kann man das Handy grundsätzlich eingesteckt lassen – wenn man nicht so viele Bilder machen müsste bei diesen tollen Aussichten. Wir erreichen ein Schild, das darauf hinweist, dass gegenüber die Clemenskapelle zu sehen ist. Für uns heißt das, hier Richtung Lorchhausen abzusteigen und oberhalb des Friedhofes angekommen über den Kalvarienberg mit seinem historischen Kreuzweg zur Clemenskapelle wieder aufzusteigen.


Oben angekommen genießen wir hinter der Kapelle die schöne Sicht auf Lorchhausen und das Mittelrheintal. Über einen breiteren Weg geht es schließlich weiter. Nach wenigen Minuten passieren wir eine „Weinquelle“ und eine Verkaufskiste mit Holunderblütensirup und Marmeladen. Die „Weinquelle“ ist ein kleines Holzhäuschen, dessen Laden man öffnen kann. Im Inneren kann man auf eine Kühlkiste mit Wein, Wasser und Schorlen zugreifen – gegen entsprechende Bezahlung.

Wir laufen weiter und treffen schließlich auf die Schafe, die es sich gemütlich gemacht haben. Kurz danach geht es links ab über einen schmalen Pfad aufwärts. Wer auf einem breiteren Weg laufen möchte, kann dem Rheinsteig folgen. Die beiden Wege treffen etwa fünf Minuten später wieder aufeinander.


Nächster Stopp ist die Burgruine Nollig. An unserem Wandertag gibt es hier einen Weinausschank und die Möglichkeit zum Sitzen. Hinter der Burg geht es in einer Kurve weiter – erst noch mit schönem Blick auf das Tal – und schließlich links ab über einen schmalen Pfad wieder nach oben. Dem Weg ist gut zu folgen. Wir biegen schließlich rechts ab, bewältigen einen kurzen Aufstieg und landen bei einer kleinen Hütte, in der wir kurz rasten.





Weiter geht es durch ein Wildschutzgebiet. Wanderer müssen eine Tür passieren. Wir denken zuerst, dass sie verschlossen ist, und überlegen schon, wie wir drüberkommen. Tatsächlich hängt das Schloss ein wenig und man muss etwas ruckeln und drücken, damit es aufgeht. Kurze Zeit später treten wir wieder durch eine Tür und sind raus aus der Schutzzone. Es geht nun ein Stück rein in das Tal. Links von uns sieht man gut, wie die Bäume so langsam anfangen zu treiben. Wir queren eine Straße und folgen auf der anderen Seite einem ähnlichen Weg.


Wir treten schließlich raus aus dem bewaldeten Stück und erreichen eine Art Hochplateau. Das Habitat Engweger Kopf und Scheibigkopf ist von Gras bewachsen. Viele Schlüsselblumen spriesen hier. Wir kommen an einem Acker vorbei und folgen dem Pfad wieder Richtung Bäume. Wie schön, dass die Sonne nun richtig draußen ist!


Bald schon wieder laufen wir auf einem, wie wir finden, für das Mittelrheintal typischen Weg. Ein schmaler Weg, immer wieder mit Steinen, dazu ein paar Bäume, die noch nicht im Frühling angekommen sind. Am Aussichtspunkt Wirbellay gibt es einen tollen Blick auf die Burg Kaub. Etwas unterhalb nehmen wir auf einer Bank in der Sonne noch einmal Platz, blicken auf Bacharach und genießen eine selbstgebackene Schneckennudel.



Nun ist es nicht mehr weit bis zum Abzweig, bei dem zu Beginn der Wanderung der Zuweg endete. Hier nehmen wir den steilen Pfad nach unten zum Bahnhof Lorchhausen. 0,9 Kilometer sagt ein Wegweiser an.

Der Abstieg lässt sich bei Sonnenschein und der Aussicht noch einmal besonders genießen. Kurze Zeit später sind wir wieder am Auto. Auf dem Rückweg nehmen wir die Fähre Lorch – Niederheimbach. Auf dem Hinweg haben wir den Rhein von Bingen aus mit der Fähre nach Rüdesheim gequert.
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Den Wanderweg können wir sehr weiterempfehlen. Wahres Wanderglück wird hier im Mittelrheintal geboten: Abwechslungsreiche Wege, gut machbare Anstiege, sehr schöne Aussichtspunkte und tolle Panoramasichten.