Schneeschuhwandern im Bayerischen Wald: Charmer Hütte und Kleiner Arber
Eine wunderschöne Schneeschuhwandertour führt uns im Bayerischen Wald zur Charmer Hütte und auf den Kleinen Arber, sowie durch das Rieslocher Naturschutzgebiet wieder zurück nach Bodenmais. Unterwegs sind wir in der tollen Winterlandschaft 4:12 Stunden für 14,2 Kilometer, 400 Höhenmeter hoch und 720 Höhenmeter runter.
Mit dem Skibus fahren wir ab dem Hüttenparkplatz in Bodenmais bis zur Haltestelle Arber Hochstraße, Abzweig Rodelbahn. Dort findet sich auch ein kleiner Parkplatz, wer direkt hinfahren und auch hierhin wieder zurückkommen möchte. Wir schnallen unsere Skischuhe an und los geht es. Die ersten Kilometer durch den verschneiten Winterwald sind leicht zu gehen. Die Piste ist gefräst und breit, dazu überwiegend auf einer Höhe. So kommen wir gut wieder in den Tritt.



Dazu können wir ein bisschen Tempo machen, damit es uns warm wird. Am Morgen waren es noch minus 16 Grad. Am Schal finden sich schnell ein paar Eiskristalle. Auch die Haare, die aus der Mütze hervorscheinen, sind etwas eingefroren.
Werbung
An einer Wegkreuzung kurz hinter dem Arberbach findet sich eine kleine Hütte. Hier legen wir eine kurze Trinkpause ein. Der warme Tee tut gut. Rechts hoch geht es zum Arber, wir folgen noch ein Stück der breiten Piste. Als der Weg eine Kurve macht, findet sich rechter Hand erneut eine kleine Holzhütte. Hier biegen wir ein in einen schmaleren Weg. Mittlerweile ist der Himmel durchgehend blau, die Sonne scheint.






Rechts und links ragen die schneebedeckten Nadelbäume in die Höhe. Wir stapfen mitten hindurch. Die Steigung nimmt nun zu. Zwischendrin stoppen wir für etwas Energiezufuhr – für jeden gibt es ein belegtes Brötchen aus dem Rucksack.


Kurz vor der Chamer Hütte laufen wir durch ein besonders bezauberndes Stück Winterwald. Die Stimmung ist hier besonders, ja fast schon ein wenig magisch. Der Himmel ist knallig blau und bildet einen tollen Kontrast zu den geeisten Bäumen. So schön!



Wir erreichen die Chamer Hütte, die auf 1289 Metern liegt. Eintritt ist im Winter durch den Keller. Dort müssen die Wander- und Skischuhe gegen Hausschuhe getauscht werden. Im Trockenraum finden sich viele Hüttenschuhe in unterschiedlichen Größen, an denen man sich bedienen darf. Über eine Treppe geht es nach oben in den Schankraum, in dem ein Ofen bollert. Die Tische sind gut belegt. Doch just steht jemand auf und wir finden ein Plätzchen.


Für Lukas gibt es ein leichtes Weißbier und Germknödel, für Jule eine Holunderschorle und einen warmen Apfelstrudel. Lecker! Gut gestärkt gehen wir anschließend den Anstieg auf den Kleinen Arber an. Wir sind recht zügig oben auf dem Kleinen Arber mit seinen 1384 Höhenmetern, obwohl es hier durch tiefen Schnee geht. Die Aussicht ist überwältigend. Wir sehen den Großen Arber, über die Baumwipfel hinweg die Erhebungen und Täler des Bayerischen Waldes. Die Sonne, der blaue Himmel, ein paar Wolken in den Tälern – ein wunderschöner Panoramablick!









Von der Aussicht kann man sich nur schwer trennen, doch wir müssen noch rund zwei Stunden für den Abstieg einplanen. Ab der Chamer Hütte weist ein Schild Bodenmais mit 2:15 Stunden aus. Man könnte hier nun auch über die Talabfahrt mit dem Schlitten herunterfahren. In der Chamer Hütte kann man einen Schlitten für neun Euro leihen. Doch wir haben bei diesem perfekten Winterwetter gerade so eine Freude am Schneeschuhwandern, dass wir uns für den Abstieg zu Fuß entscheiden.
Werbung
Das erste Stück führt uns wieder auf gleichem Weg zurück. Wir kommen hervorragend vorwärts, es geht nun ja vor allem abwärts durch den Wald. An der Stelle, an der beim Aufstieg die Arberhöhenstraße eine Kurve machte und wir rechts abgebogen sind, gehen wir von oben kommend weiter geradeaus. Der Weg führt hier durch das Rieslocher Naturschutzgebiet. Wir laufen durch die Rieslochschlucht. Immer wieder verläuft neben uns ein Bach, der trotz vielem Schnee und ein paar eisigen Stellen fließt. An zwei, drei Stellen müssen wir über vereiste Stücke oder über etwas Wasser drüber. Auch blockiert einmal ein Baumstamm den Pfad. Er lässt sich aber gut überklettern.






Mal geht es an riesigen Eiszapfen vorbei, mal passieren wir eine Stelle, an der auf der linken Seite das Wasser den Felsen hinunterfließt. Rechts vom Weg sind die Rieslochwasserfälle. Man könnte hier auch noch einmal abbiegen und sie sich genauer ansehen. Wir gehen weiter und verlassen bald das Naturschutzgebiet.
Werbung
Vorbei kommen wir nun an der Stelle, an der in den Fünfzigern eine Skisprungschanze stand. Eine Infotafel erzählt etwas mehr zu der Schanze, die bis 1974 Bestand hatte. Kurze Zeit später passieren wir den Wanderparkplatz und kommen schließlich in den Ort. Eine wunderbare Schneeschuhwanderung endet.
One Comment
Pingback: