Hiwweltour Zornheim
Dehääm,  Zu Fuß

Wandern in Rheinhessen: Hiwweltour Zornheim

Wir liegen auf der Couch und haben uns auf einen Schlechtwetter-Sonntag eingestellt: Blogpflege, lesen, netflixen und was es sonst eben noch zu „tun“ gibt. Nach dem ausgiebigen Frühstück geht es auf die Couch – und da wird beim Blick nach außen klar: Da ist blauer Himmel! Also nichts wie raus und wenigstens eine kleine Runde laufen.

Dieses Mal geht es nach Zornheim. Der vom Weinbau dominierte Ort liegt etwa zehn Kilometer südlich vom Mainzer Stadtkern und gehört zur Verbandsgemeinde Nieder-Olm. Als Zareganheim taucht Zornheim übrigens schon 771 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Fulda auf. Heute leben in Zornheim rund 3800 Menschen, es gibt hübsche Häuschen, teilweise in Fachwerkbauweise, und toll gemachte Plätze.

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Am Lindenplatz parken wir – eine große Freifläche mitten im Ort, die von der Bartholomäuskirche dominiert wird. An der einen Seite steht ein Ofen – hier wird wohl Brot gebacken. Daneben gibt es die Möglichkeit, Spielzeug auszuleihen. Der Platz am Drei-Grazien-Brunnen lädt zum Verweilen ein – manch einer hat sich beim Weingut Münzenberger gegenüber etwas zu trinken besorgt.

Hiwweltour Zornheim

Das Zuweg-Zeichen zur Hiwweltour zeigt in die Richtung, in die wir laufen müssen. Durch das Wohngebiet und vorbei an ein paar landwirtschaftlichen Gebäuden kommen wir zum Ruhkreuz, dass von der katholischen Gemeinde aufgestellt wurde – und zwar schon 1918. Von hier aus haben wir einen tollen Rundumblick – da könnte man doch glatt die erste Pause einlegen. Auch eine schöne, alte Kelter steht hier. Es ist allerdings viel los an diesem Kreuzungspunkt und so laufen wir wieder ein Stückchen zurück, um den Abzweig zur Hiwweltour zu nehmen.

Hiwweltour Zornheim

Vorbei an ein paar Schrebergärten kommen wir zum Hasenberg und Jubiläumswald.  Zum 200. Rheinhessen-Geburtstag im Jahr 2016 wurden hier 200 Bäume gepflanzt. Sehr nett sind auf dieser Etappe übrigens auch die ganzen Stallung, die mit liebevoll gemachten Erklärschildern versehen sind. So werden die einzelnen Pferde auf der Koppel vorgestellt und dringend darum gebeten, die Hühner doch nicht freizulassen. Stattdessen darf man gegen einen kleinen Obolus frische Eier mitnehmen. Etwas sehr wundern wir uns allerdings über die kleine Westernstadt, die ebenfalls hier aufgebaut ist…

Im Sommer muss man sich auf diesem Stück sicherlich sehr beherrschen, nicht von all dem Obst zu naschen, das hier wächst: Kirchen, Zwetschgen, Äpfel, Mirabellen – teilweise ist schon erkennbar, was geerntet werden wird. Vorbei am Feuchtbiotop Rohrwiesen kommen wir schließlich auf einen Weg durch die Felder und Weinberge.

Hiwweltour Zornheim

Stetig bergan laufen wir nun, vorbei am Wingertshäusel „Auf dem Winkel“, von wo aus es wieder einen herrlichen Blick über die Weinberge in die Ferne gibt.

Hiwweltour Zornheim

Wir erreichen den Selzer Berg, der von zwei Windrädern dominiert wird. Da wir einen Abzweig zu spät nehmen, laufen wir unterhalb der Windräder entlang. Gigantisch strecken sie sich in den blauen Himmel. Wenige Meter weiter finden sich die Betonreste der ehemaligen Selztalstellung aus dem ersten Weltkrieg. Die Bänke (auch eine Liegebank) sind leider alle besetzt – sehr nachvollziehbar bei dieser tollen Aussicht – und so laufen wir direkt weiter.

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Es geht abwärts, recht steil – und dann gleich wieder rauf – ebenfalls recht steil. Beim Blick zurück könnte man meinen, dass es gar keine Hiwwel (Hügel) sind, die hier stehen, sondern kleine Berge… Doch die kurze Anstrengung macht Spaß und wird später auch mit Erdbeerkuchen belohnt.

Am Wingertshäuschen „Am Hohberg“ stoppen wir kurz und genießen noch einmal die phänomenale Aussicht. Dann machen wir uns auf den letzten Kilometer dieser Rundtour. Am Ruhkreuz kommen wir wieder raus und nehmen den Zuweg zurück zum Lindenplatz.

Bei Outdoor Active wird die Tour mit 6,8 km angegeben. Wir haben am Ende der knapp zwei Stunden 8,6 km aufgezeichnet – ob es da wohl einen Zahlendreher gibt?

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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