Burg Eltz
Zu Fuß

Burg Eltz in Wierschem (Eifel)

Sie ist eines der beliebtesten Instagram-Bilder und vielen Menschen – zumindest auf Bildern oder noch vom 500-DM-Schein – bekannt: Die Burg Eltz. Prächtig steht sie da, auf einem Fels, umrandet von viel grün. Die acht hohen Wohntürme ragen in den Himmel, das Fachwerk kombiniert mit den Steinbauten ist einfach nur schön anzusehen. Es wird Zeit, dass wir sie uns auch anschauen, beschließen wir bei unserem Wagenburg-Eifel-Wochenende Anfang Oktober.

Mit unseren Bussen parken wir auf dem nahe gelegenen Parkplatz. Für zwei bzw. vier Euro (letzteres gilt für Wohnmobile/größere Busse) kommen wir hier unter. Von dort aus sind es rund 1,5 Kilometer bis zur Burg. Wir laufen durch einen schönen, herbstlichen Wald und erreichen schon bald einen Aussichtspunkt mit schönem Blick auf die Burg, die seit ihrer Erbauung im Besitz einer einzigen Familie ist.

Die besondere Architektur begeistert uns schon von diesem Punkt aus. Gelegen in einem Tal und verankert auf einem Fels wirkt die ganze Szenerie einfach nur Märchenhaft. Wären nur die vielen Besucher nicht da… Wir haben einigermaßen Glück: Für den Tag war Regen angesagt und tatsächlich hatte es auf der gesamten Anfahrt geregnet. Als wir zur Burg laufen, ist das Wetter besser und so ist es sicherlich nicht so überfüllt wie an anderen Wochenenden. Zum Schluss kommt sogar die Sonne raus – wir Glückspilze.

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Wir müssen dennoch einige Zeit anstehen, um die Burg besichtigen zu können. Alles ist Corona-konform: Abstandsmarkierungen auf dem Boden, nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern wird eingelassen und natürlich gilt die Maskenpflicht. Beim Warten auf der Brücke zur Burg werfen wir einen Blick auf den Eltzbach – das Tal, ein Seitenarm der Mosel, ist sehr idyllisch. Übrigens heißen Familie und Burg nach dem Elzbach. Auf der Webseite der Burg ist nachzulesen, dass der Wortstamm sich vermutlich vom althochdeutschen „Els“ oder „Else“ ableitet. So wurde die Schwarzerle genannt, die an Flussläufen vorkommt.

Elf Euro kostet der Eintritt pro Person (nur bar zu bezahlen). Dann treten wir ein in die Festung. Wir kommen an einem ersten, hübsch anzusehenden Türmchen vorbei. Bald stehen wir wieder: Vor dem Eintritt in den Burghof, in dem die Führungen starten, haben wir erneut etwas Wartezeit. Nun blicken wir auf die andere Seite des Tals, sehen einen Vorbau, in dem Kanonenkugeln gelagert sind.

Dann endlich erreichen wir den Innenhof der Burg. Hier gibt es viel zu schauen, denn der Hof führt 500 Jahre Eltzer Baugeschichte zusammen. Verschiedene Stile treffen aufeinander. Während wir auf den Start der Führung warten, lassen sich Giebel, Fenster und Gemäuer genauer begutachten.

Die Führung durch die Burg ist sehr interessant. Wir starten in einer kleinen Gruppe in der Waffenkammer und bekommen die verschiedenen Familienstränge erklärt. Start ist nämlich im Teil der Familie Eltz-Rübenach. Nach der Waffenkammer treten wir ein in den 1311 erbauten Rübenacher Wohnraum. Hier findet sich ein Werk von Lucas Cranach dem Älteren, die „Madonna mit Kind und Weintraube“. Beeindruckend ist das darüber liegende Schlafgemach mit Wandmalereien und farbenprächtigen Fenstern, einer Kapelle und einem Himmelbett mit Schnitzereien.

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Auf der kleinen Tour durch die Burg erfahren wir mehr über die Familie Eltz, geschichtliche Zusammenhänge und spannende Anekdoten. Im Rittersaal mit vielen Wappen hören wir beispielsweise, dass die Narrenköpfe die Redefreiheit symbolisieren, und die Rose für das Versprechen steht, dass das gesprochene Wort den Raum nicht verlassen soll. Wir laufen durch ein früheres Kinderzimmer und beenden den Rundgang in der Küche, in der sich noch Töpfe, Schüsseln und frühere „Kühlschränke“ aus dem 15. bis 19. Jahrhundert befinden.

Nach der Führung laufen wir selbständig durch die Schatzkammer, in der sich über 500 Exponate aus acht Jahrhunderten finden. Jede Menge Gold- und Silberkunstwerke sind zu entdecken, daneben Schmuck, Waffen und Porzellan.

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Ein Besuch der Burg Eltz zwischen Cochem und Koblenz gelegen lohnt sich. Die Hochburg ist einzigartig und wird nicht umsonst als „die Burg schlechthin“ bezeichnet. Wer kann, sollte sie unter der Woche, nicht zu Ferienzeiten und bei wechselhaftem Wetter besuchen – mit der Chance, dass nicht allzu viele Touristen unterwegs sind.

Es gibt übrigens mehrere Wandertouren, mit denen man ein Besuch auf der Burg verbinden kann. Ene gute Übersicht gibt es auf der Webseite der Burg. Dort finden sich auch die Öffnungszeiten – derzeit befindet sich Burg Eltz im Winterschlaf.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als stellvertretende Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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