Mit dem Zug über Leipzig nach Krakau in Polen
Lufthansa-Streik – unser Flieger nach Krakau hebt nicht ab. Was tun? Ab Frankfurt gehen keine alternativen Flüge, von anderen Orten aus wäre die Anreise deutlich teurer. Also entschließen wir uns mit dem Zug zu fahren.
Bei unserer Recherche machen wir zwei Verbindungen aus: Die eine führt über Leipzig, die andere über Berlin. Eine andere Variante wäre über München/Wien. Da wir kurz vor Abfahrt erst buchen, sind viele Zugverbindungen, die für uns praktisch wären, bereits ausverkauft. In Polen gilt nämlich für den Schnellzug eine Reservierungspflicht. Also bleibt am Ende eine Verbindung, bei der wir morgens um kurz vor neun Uhr zu Hause in den Regionalexpress steigen und in Frankfurt in einen ICE nach Leipzig wechseln.
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Ab Leipzig haben wir eine Verbindung reservieren können, die um 14.58 Uhr nach Krakau fährt. Um nicht nur im Zug zu sitzen, haben wir einen knapp zweistündigen Stopp in Leipzig eingeplant. Schließlich ist es vom Bahnhof nicht weit in die Innenstadt – und Leipzig hat durchaus etwas zu bieten.



Nach dem Rundgang durch die Altstadt und einem Essensstopp auf dem Leipziger Markt kehren wir zurück zum imposanten Bahnhof. Der Zug fährt pünktlich ein und wir suchen unser Abteil. Kaum zu glauben, dass die vorherigen Fahrten ausgebucht gewesen sein sollen. Bei unserer Fahrt ist noch ausreichend Platz. Mit uns sitzt in dem Sechserabteil nur eine weitere Frau.


Wir haben die Plätze gegenüber, so können wir es uns bequem machen. Rund acht Stunden Fahrt liegt nun noch vor uns, die mit lesen und Serien schauen gut vorbei gehen. Ein paar Snacks, Wasser und Wein haben wir auch eingepackt. Im Zug kommt zwei Mal eine Person mit einem Snackwagen vorbei. Die Toiletten sind die üblichen Zugtoiletten, aber sauber. Unsere Mitreisenden (später wird es etwas voller) allesamt nett und ruhig. Unterwegs können wir entspannt die tolle Landschaft betrachten und – sobald wir in Polen sind – verfolgen, wo wir uns in etwa befinden und wo wir im Sommer bei unserem Roadtrip durch Polen Stopps einlegen möchten.

In Breslau hat der Zug etwas Aufenthaltsdauer. Dabei wird auch ordentlich rangiert. Wir fahren mal raus aus dem Bahnhof und wieder rein. Unserer Vermutung nach wurden weitere Waggons angedockt. Leider war es nicht so viel Zeit, dass man eine Runde durch Breslau hätte spazieren können. Lediglich Lukas traut sich kurz raus, um Chips zu kaufen.
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Unser Zug hat eine Verspätung von etwa einer Stunde eingesammelt. So kommen wir in Krakau erst gegen Mitternacht an. Mit einem Uber sind wir keine zehn Minuten später am Hotel.
Unser Resümee zur Zugfahrt: Ja, es wäre schön gewesen, mit dem Flieger bereits am Vormittag nach knapp zwei Stunden Flugzeit anzukommen. Der geplante Tag in Krakau wäre sehr schön gewesen. Auf der anderen Seite sind wir sehr entspannt angereist. Die Verspätung war zwar ärgerlich und eine Stunde früher im Bett wäre nicht schlecht gewesen. Doch mit dem Zwischenstopp in Leipzig und viel Zeit zum Lesen haben wir das Beste daraus gemacht und kamen sehr entspannt in Krakau an. Und so eine europäische Zugfahrt ist ja auch ein kleines Abenteuer.
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