Roadtrip Polen: Malbork
Welt entdecken

Roadtrip Polen: Malbork

Ziel des heutigen Tages ist – nach Olsztyn und Ostróda – Malbork (Marienburg). Direkt an dem Fluss Nogat, einem Mündungsarm der Weichsel, gelegen, wird die Stadt vor allem wegen ihrer Burg besucht. Die Marienburg ist Europas größter Backsteinbau und war von 1309 bis 1457 Hauptsitz des Deutschen Ordens. Die mächtige Festungsanlage imponiert sehr. Bei einer Führung entdecken wir das UNESCO-Welterbe.

Werbung


Von unserem Campingplatz aus laufen wir in 15 Minuten am Fluss entlang durch einen schönen Park zur Burg. In dem Park finden sich viele Informationstafeln – leider nur auf Polnisch -, Sitzgelegenheiten, ein Kinderspielplatz und sogar eine Saline. Idyllisch liegen Boote am Ufer. Auch auf dem Wasser entdecken wir Paddler und – wie sollte es anders sein – Angler.

An der Burg angekommen, finden wir ein paar hübsch gemachte Stände vor. Auch gibt es Eis und Würstchen. Wir müssen nun erst einmal auf die andere Seite der Burg, um uns Eintrittskarten zu besorgen. Da wir in der Nebensaison und dazu noch nachmittags unterwegs sind, haben wir dies nicht online vorab getan. So könnte man sich wohl Wartezeiten sparen, wenn viel los ist. Wir zahlen für zwei Personen für die Tour, die nicht die Innenräume umfasst, 70 PLN, also etwa 16,50 Euro. Ein Audioguide ist bei der Tour mit dabei – ohne diesen oder eine „Führung in Person“ kann man die Burg nicht besichtigen. Später merken wir auch warum: Geht man mit seinem Audioguide in eine Richtung, die von der bezahlten Runde abweicht, piepst das Gerät.

Von einer angenehmen Stimme begleitet, entdecken wir nun die Burg, die am Ende des Zweiten Weltkrieges stark beschädigt und ab 1960 von den Polen aufwendig restauriert wurde. Zuerst wird unser Blick auf eine acht Meter hohe Marienfigur an der Außenwand der Kirche gelenkt, dann laufen wir am Burggraben entlang, treten ein in der Vorburg, werden auf Ställe und Handwerker-Orte hingewiesen. Dann werden unsere Tickets noch einmal kontrolliert – nett angekündigt vom Audio-Guide – und wir treten über einen mit Holz ummantelten Gang ein in den nächsten Burgring.

Uns wird beschrieben, wie man sich früher verteidigt hat (die Marienburg wurde nie eingenommen). Die Hochmeister werden uns vorgestellt und wir zu dem Ort geführt, an dem sie begraben sind – mit tollen Ornamenten an den Eingängen, die natürlich auch erklärt werden (unter anderem wird Himmelfahrt nacherzählt).

Wir kommen in einen weiteren Innenhof mit Brunnen, erfahren, dass der Pelikan, der seine Brut mit eigenem Blut füttere, an das Blut Christi erinnern solle, und nehmen eine Treppe nach oben. Dort entdecken wir ein Fenster, dass von der Nachmittagssonne toll erleuchtet wird, und spicken in einen Innenraum mit riesigen Kronleuchtern. Vorbei an einem Teufelchen, dass auf Toilette müsse (so der Audioguide), laufen wir durch einen langen Gang zum „Latrinenturm“. Dort kann man durch die Latrinen durch bis zum Boden im Graben schauen. Schöner ist da der Blick aus dem Fenster heraus.

Immer mal wieder laufen wir durch die Gräben sowie über Höfe, entdecken dabei unter anderem eine frühere Mühle und einen Rosengarten. Unsere Tour endet am Hochmeisterpalast, der wunderschön anzuschauen ist. Der letzte Blick auf die Burg – ein toller Besuch!

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert