Roadtrip Polen: Wolfsschanze
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Roadtrip Polen: Wolfsschanze

Auf unserem Roadtrip durch Polen kommen wir in der Nähe der Wolfsschanze vorbei, dem früheren Führerbunker. Als Geschichtsinteressierte stoppen wir auch hier – und sind gespannt, was uns erwartet, vor allem, wie mit der Historie des Ortes umgegangen wird. Von Mragowo sind wir nach etwa 30 Minuten in Ketrzyn, dem früheren Rastenburg. Nun ist es nicht mehr weit zum früheren Führerhauptquartier in den Wäldern der Masuren. Kurz vor dem Ziel kommen wir an ausgestellten Militär-Fahrzeugen und -Fliegern vorbei und entdecken ein Schild, auf dem für Ausflugsfahrten mit eben solchen Autos geworben wird. Angekommen am Zielpunkt begegnen wir einigen Menschen, die in militärischer Kleidung herumlaufen. Der Ort zieht also ein gewisses Klientel an.

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Am Abzweig der Straße stehen wir erst einmal an einer Schranke. Hier zahlen wir den Eintritt (75 PLN für zwei Personen und ein Auto) und erhalten einen Zettel, mit dem wir zur Rezeption müssen. Auf dem Gelände gibt es nämlich sowohl ein Hotel als auch einen Camper-Stellplatz. Letzterer liegt schön gelegen unter großen Bäumen. Wasser- und Stromanschluss (mit verschiedenen Steckern) sind direkt vorhanden und kostenlos in den weiteren 75 PLN, die wir für eine Nacht zahlen, mit dabei. Wir können hier also auch unsere Radakkus laden, ohne unseren Bus anschließen zu müssen.

Neben sauberen Sanitäranlagen inklusive Dusche und Spülmöglichkeiten gibt es eine große Grillstelle mit Bänken und Tischen, die von mehreren Besuchern genutzt wird. Auch ein Café und ein Restaurant sind vorhanden.

Wir stellen den Bus ab und besuchen die Anlage. Auf einem Rundweg werden auf Infotafeln die Nutzung der verschiedenen Bunker erläutert. Direkt zu Beginn gibt es eine Gedenkstätte für Graf von Stauffenberg und das Attentat auf Hitler, das in einem der Bunker in der Wolfsschanze stattfand. In einem der drei Ausstellungsgebäude erfährt man zu diesem Attentat mehr. Der genaue Tagesablauf wird dargestellt, außerdem räumlich gezeigt, wo Stauffenberg den Koffer mit der Bombe abstellte, und wer wo stand und warum das Attentat nicht glückte.

In einem anderen Ausstellungsgebäude erfährt man mehr über die Entstehung des zweiten Weltkrieges und seinen Ablauf. Im ersten Ausstellungsraum werden Gegenstände aus der NS-Zeit gezeigt, darunter auch Christbaumkugeln mit Hitler-Konterfei und viele Waffen. Das fanden wir etwas befremdlich.

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Die Natur erobert sich die Bunker an vielen Stellen zurück. Sie sind mit Moos bewachsen, Bäume kommen aus den Betontrümmern hervor. An einer Stelle haben sich Fledermäuse angesiedelt – entsprechende Tafeln informieren über die Population. Die Bunker wurden alle gesprengt, so ist heute keiner mehr vollständig intakt. An zwei Stellen kann man durch einen Teil des Bunkers laufen und erhält so einen Eindruck von der Bauweise.

Der Rundgang ist sehr informativ und man kann zwischen den einzelnen Infotafel gut die Gedanken zu dem Erfahrenen schweifen lassen. Zurück am Campingplatz kommt es dann doch noch zu einer etwas skurillen Erfahrung: Eine Gruppe ist mit Metalldetektoren im angrenzenden Wald unterwegs. Sie scheinen einen Stahlhelm gefunden zu haben und scheuern diesen freudenstrahlend an der Spülgelegenheit sauber…

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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