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Ein Tag in Weimar

Weimar – die Stadt von Goethe und Schiller. Während unseres Erfurt-Trips machen wir einen Ausflug in die „Kulturstadt Europas“.

In Erfurt haben wir an einem Tag schon vieles gesehen, also beschließen wir, an unserem verlängerten Thüringen-Wochenende ins rund 25 Kilometer entfernte Weimar zu fahren: Die Stadt des Bauhauses und der prächtigen Anna-Amalia-Bibliothek, die Stadt, in denen einst Schiller und Goethe residierten, und die Stadt, in der deutschen Geschichte spielte.

Mit dem Zug sind wir in 15 Minuten von Erfurt aus in Weimar. Wir beschließen auf Grund der Busverbindungen am Samstag zuerst zur Gedenkstätte Buchenwald zu fahren. Nach einem interessanten und bedrückenden Vormittag dort, geht es mit dem Bus in die Innenstadt. Vom Goetheplatz aus erkunden wir die Altstadt und jede Menge Denkmäler.

Am Theaterplatz begegnen uns direkt Weimars „Wahrzeichen“: Goethe und Schiller gemeinsam als Bronze-Statue, dahinter das Deutsche Nationaltheater mit der Staatskapelle Weimar, gegenüber das Haus der Weimarer Republik. Hier wird an die Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung 1919 erinnert.

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Bevor es weitergeht, stoppen wir in der nett-gestalteten „Pommes-Bude“ FritzMitte in der Schützengasse. Hier gibts leckere Pommes in allerlei Kombinationen und Streetfood-Flair. Frisch gestärkt ziehen wir weiter.

Es geht zum Historischen Friedhof mit Fürstengruft und Russisch-Orthodoxer Grabkapelle. Etwas schade ist, dass an einem Samstag im Winter alles schon sehr früh zumacht. So können wir zwar noch einen Blick in die Fürstengruft mit einem toll gestalteten Innenraum werfen, der Besuch der Grabstätte bleibt uns allerdings verwehrt. Neben den Mitgliedern der Häuser Sachsen-Weimar und Sachen-Weimar-Eisenach ist hier Johann Wolfgang von Goethe beigesetzt. Auch die Gebeine von Friedrich Schiller sollen in der Gruft liegen.

Über das Uni-Gelände laufen wir zum Liszt-Haus am Rande des Parks an der Ilm. Das heute als Museum genutzte frühere Wohnhaus des Komponisten ist von außen zwar nett anzusehen, aber mehr auch nicht. Auch hier hat das Museum bereits zu und so laufen wir weiter zum Wohnhaus von Goethe. Wieder mal: gut restauriert, mit Museum, aber zu. Da könnten die Weimarer echt was dran ändern, den gerade im Winter und bei schlechtem Wetter laden gerade am Nachmittag Museen zur Besichtigung ein.

Weimar Goethe-Haus

Über ein hübsches Gässchen und vorbei an einem Hotel, das komplett aus Holz gefertigt wurde, laufen wir am Rande des Parks zur Anna-Amalia-Bibliothek. Auf dem Weg kommt man an weiteren Denkmälern und geschichtsträchtigen Häusern vorbei: dem Puschkin-Denkmal und dem Haus der Frau von Stein.

Die Anna-Amalia-Bibliothek ist berühmt wegen ihres über drei Geschosse reichenden Rokokosaals. Wie sollte es anders sein: Wir können ihn an diesem Tag leider nicht (mehr) besuchen. Am Morgen werden Tickets für den ganzen Tag vergeben. Für eher spontane Besucher, wie wir an diesem Tag unterwegs sind, ist eine Besichtigung damit ausgeschlossen. Dennoch bekommen wir etwas von der 1961 als „Herzogliche Bibliothek“ gegründeten Institution mit: Im hinteren Eingangsbereich gibt es eine Ausstellung, wie nach dem verheerenden Brand 2004 Bücher restauriert wurden. Das ist spannend nach zu verfolgen und so hat sich der Besuch schon gelohnt.

Über den Platz der Demokratie laufen wir zur Bastille und dem Stadtschloss, das aktuell auch restauriert wird. In die Bastille kann man rein und erkunden, welche Sanierungsarbeiten anstehen. Ein interessanter Einblick!

Weimar Stadtschloss

Nächster Stopp ist der Marktplatz mit Neptunbrunnen, Rathaus und Cranachhaus. In den wunderschön gestalteten Renaissancehäusern lebten im 16. Jahrhunder die Maler Lucas Cranach der Ältere sowie sein Sohn, Lucas Cranach der Jüngere.

Weimar Cranach-Haus

Wir bummeln ein wenig durch die noch offenen Geschäfte. Empfehlenswert: Die alte Buchhandlung Hoffmann. Gegenüber von Schillers Wohnhaus lässt sich hier wunderbar neue Literatur entdecken.

Unser Rundgang durch die Innenstadt endet. Wir laufen zum Ende des Tages zum Bauhaus-Museum. Ein Besuch rentiert sich an dem Abend leider nicht mehr, doch ein Blick in das interessante Gebäude ist auf jeden Fall drin. Im Eingangsbereich gibt es ein bisschen was zu sehen und im Museumsshop lässt sich gut stöbern.

Weimar Bauhaus Museum

So endet unsere Stippvisite in Weimar. Bei unserem Tagesausflug war vor allem der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald eindrucksvoll. In Weimar selbst lässt sich allerdings auch vieles entdecken. Mit etwas mehr Zeit und offenen Museen kann man mehr als einen Tag füllen. Und bei gutem Wetter lädt der Ilmpark zu Erkundungen und Pausen ein.

Die Weltkultur-Erbe-Stadt hat mit ihrem „klassischen Weimar“ auf jeden Fall einiges zu bieten. Viele Gebäude werden allerdings aktuell saniert und so fehlt mir persönlich das Gefühl eines „Gesamt-Ensembles“. Viele eindrucksvolle Gebäude, viele Denkmäler und historische Punkte – doch die „schnuckelige Atmosphäre“, wie es sie in Erfurt gibt, fehlt.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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