Zu Fuß

Felsenlabyrinth Luisenburg und Kosseine

Eine Wanderung wollen wir zumindest im Fichtelgebirge unternehmen, bevor es nach der Nacht am Untreusee weitergeht in die Sächsische Schweiz. Ausgesucht haben wir uns bei Outdoor Active eine Wanderung ab Bad Alexanderbad zum Felsenlabyrinth Luisenburg und über die Kosseine wieder zurück. Und um es bereits vorwegzunehmen: eine tolle Tour!

Bad Alexanderbad wirkt etwas wie aus einer anderen Zeit. Wir stellen unseren Bus direkt am Ortseingang am Parkplatz gegenüber der Kirche ab. Beim Gang durch den Ort, der seinen Namen vom letzten Markgrafen von Ansbach-Bayreuth, dem Markgraf Christian Carl Alexander, erhielt, sehen wir einige alte Schilder. Es ist ziemlich ruhig in dem Mineral- und Moor-Heilbad-Ort.  

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Seine beste Zeit hatte es wohl im 19. Jahrhundert. Wie es auf Wikipedia heißt, entwickelte sich damals Bad Alexanderbad zum Nachkurort für die nahen böhmischen Bäder. Im Jahr 1805 residierten der preußische König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise für drei Wochen im Kurbad. Und so wurden nicht nur die Geschicke Preußens aus dem kleinen Ort gelenkt, sondern viele hochrangige Persönlichkeiten kamen zu Besuch. Auch Johann Wolfgang von Goethe war mal hier gewesen.

Bad Alexanderbad

Wir laufen vorbei an schön restaurierten Gebäuden und tauchen in den Wald ein. Hier gibt es übrigens auch Parkplätze, sogar einen Stellplatz zum Campen. Vorbei am Friedhof und an einem Springbrunnen, der in einen Baumstumpf eingelassen ist, geht es über einen geschotterten Weg. Rechts und links ragen die Bäume in den Himmel empor. Immer wieder sehen wir entlang des Weges Steine, in die Sätze von Philosophen und Dichter eingraviert sind, oder aber Hinweise auf historische Ereignisse und Gedenken.

Schließlich erreichen wir den Eingang des Felsenlybrinths und zahlen den Eintritt von 4,50 Euro pro Erwachsenen. Wer von der anderen Seite kommt, wird übrigens nicht kontrolliert. Im Eingangsbereich steht auch ein Ranger des Nationalparks und erklärt zwei Kindern etwas zu den ansässigen Störchen. Hinter uns ragt eine riesige Arena empor. Hier gibt es normalerweise Aufführungen.

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Wir steigen ein ins Felsenlabyrinth und sind direkt begeistert von den gigantischen Granitsteinen. Ein blauer Pfeil weist uns den Weg durch das nationale Geotop, das als Europas größtes Felsenlabyrinth gilt. Über Steigen und Felsen krabbeln wir durch enge Passagen, auf Aussichtsplattformen mit tollem Blick auf die Umgebung. Schluchten und Höhlen, riesige Felsbrocken und schmale Durchgänge – das Felsenlabyrinth mit seinen 300 Millionen Jahre alten Formationen ist ein großer Spielplatz.

Ab dem mittleren Teil müssen wir immer mal wieder kurz warten oder kommen langsamer voran. Auch wenn sicherlich nicht so viel los ist wie zu „normalen“ Zeiten, so sind doch einige Besucher hier. Abstand halten, heißt es überall, und das funktioniert auch gut. Doch beim Quetschen durch schmale Felsspalten ist eben jede*r anders schnell unterwegs und so gibt es eben auch mal kurze Wartepausen.

Endpunkt des Felsenlabyrinths ist der Bundstein mit Gipfelkreuz, von dem aus man erneut einen tollen Blick auf die Umgebung hat. Die Picknickbänke unterhalb sind alle belegt und wir flüchten regelrecht aus der Ansammlung in den dahinter liegenden Wald. Unser nächstes Ziel ist die Kosseine.

Der Höhenweg, der nun folgt, ist der älteste Wanderweg des Fichtelgebirges. Und auf dem gibt es einige Highlights: Immer wieder finden sich entlang des Weges durch einen tollen Wald und über angenehm zu laufenden Pfade Aussichtspunkte. Ob Ochsenberg oder Schneeberg (die beiden höchsten Erhebungen im Fichtelgebirge), ob naheliegende Dörfer oder Baumwipfel – es lohnt sich, jeden dieser Aussichtspunkte anzusteuern.

Einen finden wir besonders toll – den Burgsteinfelsen. Über Treppen steigen wir zuerst auf ein Felsmassiv, von dort aus führt ein schmaler Steig weiter nach oben auf eine kleine Plattform. Durchaus ein wenig abenteuerlich, aber richtig schön.

Schließlich erreichen wir den Aufstieg zur Kosseine – ein Berg, auf dessen Gipfel auf 939 Meter ein Ausflugslokal ist. Beim steilen Anstieg wundern wir uns über die Wanderer, die uns dick eingepackt entgegen kommen, fließt uns doch eher der Schweiß. Oben angekommen wissen wir warum: Es weht ein kalter Weg und es ist kalt und ungemütlich. „Bayerisch Sibirien“ – jetzt wissen wir, warum in der Outdoor Active-Tour die Region so genannt wird.

Wir bestellen Wurstsalat und Pommes, dazu Bier und Limo. Wäre es nicht so frisch, würden wir das sicherlich etwas mehr genießen. Noch einmal hoch auf den Aussichtspunkt, dann zieht es uns wieder runter. Oben ist es einfach zu windig.

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Der Abstieg ist der gleiche wie der Aufstieg. Während viele andere wieder zurück Richtung Felsenlabyrinth laufen, wählen wir den Pfad Richtung Bad Alexanderbad und kommen durch wunderschöne Wälder und vorbei an tollen Felsformationen. Der Püttnerfels gilt als Naturdenkmal. So liegen Bäume rechts und links des Weges einfach so, wie sie gefallen sind. Dazu die mächtigen Felsen. Ganz schön verwunschen sieht das aus. Wir finden es richtig gut.

Erneut geht es nach unten, bis wir aus dem Wald herauskommen. Vor uns liegt eine saftig-grüne Wiese, gesprenkelt mit gelben Blümchen. Dahinter lugen die Häuser des Dörfchens Kleinwendern hervor. Kleinwendern ist richtig idyllisch. Wir laufen durch den Ort, vorbei an Bauernhäusern und gestapelten Holzscheiten. In vielen Gärten – auch bei „normalen“ Häusern – sind Gehege für Hühner, Enten, Hasen und Co vorgesehen. Am Mini-Kreisel biegen wir ab, es geht vorbei an einem Teich und aus dem Ort heraus an Feldern vorbei und Richtung Wald.

Es steht die letzte Etappe an. Bald schon wieder sind wir in Bad Alexanderbad und laufen durch den Ort zurück zu unserem Parkplatz. Nach 16 Kilometern und viereinhalb Stunden reine Gehzeit kommen wir an unserem Bus an und fahren weiter nach Pirna.

Die Tour findet ihr dokumentiert auf Outdoor Active.

Jule Lumma

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Leitung Digital bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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