Basteibrücke
Zu Fuß

Sächsische Schweiz: Wanderung Bastei – Schwedenlöcher – Amselsee

Mit dem Rad geht es nach Niederrathen – mit 18 Prozent Steigung nach unten ab dem Wanderparkplatz Gamrig. Bergabfahrt zum Start – schön, wäre da nicht der Rückweg. Schon bald kommen wir in Neurathen an, das für den Autoverkehr gesperrt ist. Und da der Zulauf zur bekanntesten Sehenswürdigkeit des Elbsandsteingebirges, der Bastei, groß ist, hat man kurzerhand alle Parkplätze weit außerhalb des Ortes oder auf der anderen Elbeseite errichtet. Von da aus heißt es zu Fuß oder per Fähre nach Niederrathen. Nachdem wir zwei Tage zuvor das Parkchaos am Gamrig mitbekommen haben, bleibt unser Bus an diesem Morgen auf dem Stellplatz der vergangenen zwei Nächte stehen und wir fahren mit dem Rad zum Ausgangspunkt der Bastei-Wanderung.

Rathen

Die Räder stellen wir am Elbufer ab – hier kommt auch die Seilfähre vom anderen Ufer an. Wir haben Glück – gerade legt keine an und so starten wir ohne großen Touristenstrom den Wanderweg nach oben. Bewusst sind wir früh am Tag unterwegs, in der Hoffung, das manche noch am Frühstückstisch sitzen. Nachdem wir um 6 Uhr vom Sirenengeheul der Feuerwehr direkt neben dem Aktivhof bereits geweckt wurden, waren wir – aufgeschreckt und mit etwas Adrenalin im Blut – sowieso früh wach.

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Der Weg durch den Wald geht über (natürliche) Treppen nach oben. In einer Kehrtwende gibt es bereits einen tollen Blick auf die Felsformationen. Noch besser aber ist der erste Elbausblick am Rosenbettfels: Wie gemalt liegt der Fluß unter uns, in Sichtweite der Lilienstein und der Rauenstein, rechts oberhalb der Elbe die mächtigen Felsen der Bastei. Wie schön, dass wir das gesamte Panorama des Elbsandsteingebirges heute noch häufiger sehen werden.

Beim Rosenbettfels, der auch Tiedgestein genannt wird, geht der Wanderweg am ehemaligen Pferdestall der Felsenburg Neurathen vorbei. Die schauen wir uns als nächstes an. Zwei Euro kostet der Eintritt pro Person und die lohnen sich. Die 1361 erstmals erwähnte Burg Neurathen ist auf einer Vielzahl von Felsentürmen erbaut, die fast 200 Meter zur Elbe abfallen. Verbunden waren sie über einen hölzernen Wehrgang, heute laufen wir über Stahlkonstruktionen von einem Fels zum nächsten. Dabei geht es ganz schön steil nach unten. Doch es ist auf jeden Fall ein Erlebnis und die Sicht ist gigantisch.

Direkt zu Beginn stehen wir auf einem Aussichtspunkt, von dem aus man wunderbar auf die Bastei-Brücke blickt. Später sehen wir eine Nachbildung einer mittelalterlichen Steinschleuder und blicken auf eine als Wetterfahne fungierte Mönchsfigur, die an den damaligen Wachturm auf dem Mönch-Felsturm erinnern soll.

Basteibrücke

Wir laufen schließlich über die 76 Meter lange Basteibrücke, die die Basteihochfläche und die Felsenburg miteinander verbindet. In der Mitte der Brücke war Platz für die Steinschleuder. Es lohnt sich, nach der Brücke links den Weg hochzugehen zum Aussichtspunkt mit Blick über das Elbtal und die umliegenden Felsen.

Bastei

Nach den Gaststätten und Hotels biegen wir vom Hauptweg rechts ab auf den Gansweg und folgen der Beschilderung Richtung Schwedenlöcher und Amselsee. Mal wieder lohnt sich der Abstecher zum ausgeschilderten Aussichtspunkt, mal wieder gibt es einzigartige Blicke.

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Dann steigen wir in die Schwedenlöcher ein. Der seit dem Dreißigjährigen Krieg so genannte Blanke Grund ist ein regelrechtes Schluchten-Labyrinth, das aus Felskesseln und tunnelartigen Felsgassen besteht. Der Abstieg durch diese Felslandschaft geht auf einem mit Holzbohlen ausgestatteten Weg, über Stege und Treppen. Da wir nach unten laufen, können wir den Blick auf die mit Moos und Farnen bewachsenen Felsen, in Löcher und Kammern gut genießen. Vor allem zum Ende hin geht es steil nach oben – beeindruckend. Die Rathener Bevölkerung hatte sich 1639 vor schwedischen Soldaten, 1706 im Nordischen Krieg sowie am Ende des Zweiten Weltkriegs in diesen „Schwedenlöchern“ versteckt.

Wir kommen im Amselgrund an und sind wenige Minuten später am Amselsee angekommen, auf dem ein paar Ausflügler mit dem Ruderboot unterwegs sind. Der 500 Meter lange See staut den Grünbach auf – als Hochwasserschutz und zur Fischzucht. So gibts kurz bevor man wieder in den Ort reinkommt links auch Forellenräucherei, in der man einkehren kann.

Uns steht die Lust eher nach einem süßen zweiten Frühstück. Im Café Hübner direkt am Elbufer gibt es für uns Rhabarberkuchen, Eclairs und Cappuccino. Dann erst kommt der Berganstieg mit dem Rad zurück zum Bus…

Die Tour haben wir auf Outdoor Active dokumentiert.

Jule Lumma

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Leitung Digital bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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