Wandern an der Nahe: Sponheimer Entdeckerrunde
Dehääm,  Zu Fuß

Wandern an der Nahe: Sponheimer Entdeckerrunde

Sponheim im Landkreis Bad Kreuznach ist eine kleine Gemeinde mit imposantem Kloster, schöner Pfarrkirche und einem Rathaus im neugotischen Stil. Bei einer gemütlichen Wanderung rund um Sponheim genießen wir die Blicke auf die schöne Silhouette der Kommune sowie den abwechslungsreichen 9,4 Kilometer langen Weg.

Start der knapp zweistündigen Wanderung ist am Kloster. Dort gibt es auch ein paar Parkmöglichkeiten. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde das Kloster 1124, als dieses an den Mainzer Erzbischof Adalbert übergeben wurde und zwölf Benediktiner der Abteien St. Alban und St. Jakob einzogen. Am Gemäuer gibt es einen Hinweis auf Johannes Trithemius. Der Humanist wurde 1483 als Abt gewählt. Er sorgte dafür, dass zahlreiche Gelehrte aus ganz Europa nach Sponheim kamen: Die Bibliothek, die er eingerichtet hatte, war sehr umfangreich.

Wir laufen am Kloster vorbei und über einen Kopfsteingepflasterten Weg rein in den Ort. Vorbei am Mitte des 19. Jahrhundert erbauten Rathaus und ein paar schönen Häuschen folgen wir der Beschilderung der Entdeckerrunde und verlassen bald den Ort. An einem der letzten Häuser geht es links ab, vorbei an einem Gehege mit Rehen und rein in eine von Feldern geprägte Landschaft.

Wir queren die Landstraße und müssen uns erst einmal orientieren. Hier ist die einzige Stelle, die nicht perfekt ausgeschildert ist und natürlich ist just auch hier der Handyempfang weg, die Outdoor Active-Karte nicht gespeichert. Doch unser Orientierungssinn trügt uns nicht, wir nehmen den asphaltierten, breiteren Weg hinauf zur Sponheimer Weinlage Forst. Bald schon wieder treffen wir auf den nächsten Wegweiser.

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Hier oben gibt es einen wunderbaren Blick zur Stammburg der Sponheimer Grafen und in das Ellerbach-Tal. Auch der Weg ist wunderschön: Es geht vorbei an bunten Blumen-Streifen, an Reben, an deren Ende Lavendel blüht. An einem Wingertshäuschen stehen Stühle, setzen rote Rosen einen Farbpunk. Nicht weit weg sind ein paar Bienenkästen. „Liebe Gäste, ihr dürft alles nutzen, zerstört bitte nur nichts“, so der Hinweis der Winzer. Schade eigentlich, dass man das dazu schreiben muss. Hier noch ein Kühlschrank mit kalt gestelltem Wein, wir würden uns niederlassen.

Doch weiter geht es auf einer Art Panoramaweg, immer wieder mit Blick auf Sponheim und den dominanten Kloster-Bau. Zwischen den Bäumen am Wegesrand finden sich immer wieder schön angelegte Sitzgelegenheiten. Möglichkeiten zum Rasten gibt es also zu Genüge.

Dann treten wir ein in den Haardtwald. Über schmalere Pfade geht es vorbei an einigen Hochsitzen, auch queren wir erneut eine Landstraße. Immer mal wieder sehen wir beschriebene Holzleisten, auf denen uns beispielsweise die Soonwald-Fee auf dem Entdeckerpfad begrüßt oder Sprüche zu Gedankenspielen anregen. Im Wald ist außerdem ein Labyrinth angelegt. An anderer Stelle lädt eine Holzkonstruktion zum Verweilen ein. Im dahinter stehenden wetterfesten Fass sind „Kuschelkissen“ untergebracht, die Wanderer sich herausholen dürfen. Irgendwie total nett!

Über den Gauchsbergwald kommen wir bald wieder in Sponheim heraus. Von weitem sehen wir die Klosterkirche, die uns immer wieder auf diesem Weg begleitet hat. Und dieser Weg ist leicht zu gehen, sehr gut ausgeschildert und bestens geeignet für eine gemütliche Sonntagswanderung. Neben den schönen Panoramasichten spricht uns die abwechslungsreiche Strecke an: Es geht durch den Ort und wir können Häuser schauen. Dann wieder wandern wir durch Felder, vorbei an Reben, durch den Wald, über Wiesenstücke. Mal sind es schmale Pfade, mal federnder Waldboden, dann wieder asphaltiere Wege oder grasige Etappen. So verfliegt die Zeit der Wanderung wie im Fluge.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als stellvertretende Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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