Unterwegs in Italien: Städtetrip Venedig
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Unterwegs in Italien: Städtetrip Venedig

In Venedig kann man sehr viel erleben. Für Kunstliebhaber stehen dabei sicherlich auch klassische Konzerte, Theateraufführungen und jede Menge Museumsbesuche auf dem Programm. Wer auf Architektur steht, hat jede Menge zum Anschauen. Und natürlich gibt es auch das klassische Touristen-Programm: Mit der Gondoletta fahren, venezianische Masken shoppen und sehr gut essen. Wir mögen es, uns einfach treiben zu lassen. Auf Googlemaps markieren wir uns im Vorfeld Orte, die wir gerne sehen möchten, und ziehen dann durch die Gassen. Genau so haben wir es auch in Venedig gehandhabt. Das führt auch mal dazu, dass wir plötzlich in einer Sackgasse stehen – oder aber an einem schönen Platz direkt an einem Kanal.

Gekauft haben wir uns außerdem für 70 Euro ein Zwei-Tages-Ticket für die Wasserbusse Vaporettos (für zwei Personen). Mit dem Ticket kann man den öffentlichen Nahverkehr nutzen, der sich hier auf dem Wasser abspielt. Venedig ist Autofrei (Ausnahme ist zum Beispiel der Lido) und so kommt man auf den Booten von A nach B. Aus unserer Sicht muss man das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr nicht vorab besorgen. An den Hauptstationen gibt es Automaten, an denen man sehr leicht die Tickets kaufen kann.

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Für uns ist das eine gute Möglichkeit, zwischendurch mal eine Strecke auf dem Wasser zurückzulegen und damit ein paar „Fuß-Kilometer“ zu sparen – auch wenn wir an zwei Tagen über 40 Kilometer zurücklegen. Dazu kommt, dass man einige Paläste nur gut vom Wasser aus sieht. Also: unbedingt einmal den Grand Canale entlang schippern. Auf die vorgelagerten Inseln kommt man mit dem Ticket ebenfalls.

Welche Orte uns ganz besonders gut gefallen haben, stellen wir euch hier vor:

Jüdisches Ghetto

Wir laufen gleich mehrmals durch das Ghetto, da es direkt neben unserer Unterkunft liegt. Jedes Mal erleben wir das Viertel etwas anders: mal belebt, mal sehr ruhig, mal mit Sicherheitsleuten, mal als Treffpunkt für junge Familien. Wer möchte, kann sich eine der Synagogen anschauen und eine Tour zur jüdischen Geschichte buchen. Wir empfehlen, hier auch etwas zu essen – wir sind sowohl zum Frühstück als auch zum Abendessen im Viertel.

Markusplatz mit Markusdom, Dogenpalast und Uhrenturm

Als wir das erste Mal zum Markusplatz kommen, liegt dieser noch im leichten Nebel. Das gibt dem gigantischen Platz eine mystische Stimmung. Später bei Sonnenschein und blauen Himmel wirkt es noch einmal anders. Wir sind froh, beide Varianten erleben zu dürfen. Begeistert hat uns die Bauweise von Dom und Palast. Das viele Gold am und im Dom ist beeindruckend. Wer Geduld mitbringt, sich in die Schlange zu stellen (Eintritt drei Euro) oder bereit ist, etwas mehr zu zahlen für den „Short Track“ ohne Wartezeit (zwölf Euro), kann im Dom eintauchen in eine tolle Gestaltung. Wer möchte, kann im Dom gegen Aufpreis weitere Bereiche besuchen. Uns hat der allgemeine Rundgang genügt, bei dem man auch vieles entdecken kann.

Rialto-Brücke

Ein Muss ist natürlich die sehr bekannte Rialto-Brücke. Wir sind auch gleich mehrmals dort, da die Brücke eine der wenigen Querungsmöglichkeiten über den Grand Canal ist. Mit dem Vaporetto fahren wir auch untendurch. Einmal erleben wir sogar einen Heiratsantrag mit – davon gibt es sicherlich reichlich an dieser Stelle. Schön ist, einfach oben auf der Brücke zu stehen und das Treiben auf dem Kanal zu verfolgen. Wir haben Glück, dass bei unserem ersten Besuch noch nicht so viel los ist und wir uns nicht gegen fotografierende Touristen behaupten müssen.

Empfehlenswert ist das nahe gelegene Kaufhaus „Fondaco dei Tedeschi“. Die Bauweise im Inneren ist toll anzuschauen. Von der Dachterrasse soll man einen tollen Blick auf die Stadt haben. Was wir nicht wussten: Mittlerweile muss man ein Ticket für den Besuch der Dachterrasse vorab buchen. Damit versucht das Kaufhaus wohl den Ansturm in den Griff zu bekommen. Bei unserem Besuch im März steht ein großes Schild am Eingang der Dachterrasse, dass bereits alles ausgebucht sei, sodass wir leider nicht in den Genuss der Aussicht kommen. Auch gut zu wissen: Es gibt eine sehr saubere Kundentoilette, die wir zweimal nutzen konnten.

Promenade zwischen Markusplatz und Biennale-Gelände

Vom Markusplatz laufen wir zum Biennale-Gelände und passieren dabei unter anderem Seufzerbrücke und eine Kirche, in der Vivaldi wirkte. Während wir an der Promenade entlang schlendern, kommt die Sonne raus – das fühlt sich mit dem Möwengeschrei und dem Blick aufs Meer direkt an wie Urlaub. Von der Biennale ist außerhalb der Saison leider nur wenig zu sehen. An den auf Googlemaps eingezeichneten Pavillons sind zum Zeitpunkt unseres Besuches Bauarbeiten. Der Park ist allerdings auch sehr schön und hier und da kann man künstlerische Artefakte erkennen.

Santa Maria Della Salute

Wir fahren mit einem Vaporetto zur Haltestelle Academia und laufen von da aus zur Santa Maria Della Salute. Dabei blicken wir auf die Insel Giudecca sowie auf die San Giorgio Maggiore-Kirche, von deren Turm aus man einen einzigartigen Blick auf Venedig haben soll. Einen schönen Blick auf Venedig gibt es auch von der Landspitze vor der Santa Maria Della Salute. Über das Museum, das die Peggy Guggenheim-Sammlung beheimatet (netter Museums-Shop!), laufen wir durch ein scheinbar durch Künstler geprägtes Viertel Richtung Bansky-Graffiti.

Bansky-Graffiti

Vom Campo Santa Margherita geht es die Sestiere Dorsoduro entlang bis zur Brücke. Von der Brücke oder einem kleinen Platz links vor der Brücke kann man ein Bansky-Werk aus dem Jahr 2019 erkennen. Noch erkennen. Denn das Kind mit Rettungsweste und Seenotfackel verschwindet so nach und nach. Am Campo Santa Margherita ist übrigens auch die Pizzeria al Volo – mehr dazu in unseren Gastro-Tipps für Venedig.

Glasinsel Murano und Friedhofsinsel

Die Glasinsel Murano kann man natürlich als Ausflug in Kombination mit dem Besuch einer Glaswerkstatt besuchen. Wir machen das alleine und fahren mit einem Vaporetto bis zur Haltestelle “Murano Colonna”. Von da aus laufen wir den Rio del Vetrei entlang. Rechts und links des Kanals gibt es viele Geschäfte, die Glaskunst verkaufen. Auch finden sich einige der Glaswerkstätten, bei denen man mit etwas Glück auch ohne Buchung rein schauen kann. Wir machen das beispielsweise kurz hinter der Haltestelle “Venier”. Im “Parco degli Angeli” treffen zumindest wir nur eine einheimische Familie. Von der Haltestelle “Murano Museo” fahren wir schließlich zur Friedhofsinsel.

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Napoleon ist übrigens dafür verantwortlich, dass die Gräber auf einer eigenen Insel sind. Während der französischen Besatzung wurde 1804 dies hauptsächlich aufgrund von hygienischen Gründen festgelegt. San Michele wurde 1807 gegründet und gilt seitdem als Hauptfriedhof Venedigs. Wie auf Wikipedia nachzulesen ist, stellt die Friedhofsverwaltung die Gräber für zwölf Jahre zur Pacht zur Verfügung. Danach werden Skelettreste entfernt und sie in ein Beinhaus überführt. 

Lido

Zur Mittagszeit des zweiten Tages fahren wir auf den Lido, die Strandinsel der Lagune. Im Sommer ist hier sicherlich sehr viel los, im März ist es überschaubar. Der Strand ist leider bei unserem Besuch abgesperrt. Der angedachte Strandspaziergang fällt aus, dafür laufen wir an der Promenade entlang und gönnen uns im Café Lido Sprizz und Pasta.

Venedig in der Nacht

Wir haben drei Abende in Venedig – und mögen es, an den Kanälen entlang zu schlendern. Einzelne Palazzos sind schön beleuchtet und mit etwas Glück sieht man durch die Fenster tolle Decken samt prächtigen Glasleuchtern. Das Licht der Restaurants und Häuser spiegelt sich schön im Wasser. Auch der Blick übers Meer zu den Inseln hat etwas. Am”Rio della Misericordia” gibt es übrigens einige Cafés und Restaurants. Dort ist auch das “Al Timon” gelegen. Wir finden es da sehr nett. Am Abend stehen und sitzen hier viele Einheimische auf ein Glas Wein und Cicchetti. Die zum Beispiel mit Sardellen, Wurst oder Käse belegten und gerösteten Brot- oder Polentascheiben werden als Aperitif gereicht.

Unterkunft in Venedig

Übernachtet haben wir im „Ca`Fontanea“, nah gelegen zum Bahnhof. Für zwei Nächte haben wir 180 Euro für zwei Personen im Doppelzimmer ohne Frühstück bezahlt – für die Verhältnisse in Venedig okay. Uns war es wichtig, nah am Bahnhof etwas zu finden (da Anreise mit dem Zug) und es dennoch ruhig zuhaben. Dazu ist uns eine saubere Unterkunft wichtig. Alle Kriterien konnte das „Ca`Fontanea“ sehr gut erfüllen, weswegen wir es weiter empfehlen können. Auch war es kein Problem, dass wir unser Gepäck nach dem Check-Out dort lassen konnten. Einziger Nachteil aus unserer Sicht: Es ist sehr hellhörig. Wir hörten entsprechend auch das laute Gähnen unseres Nachbars. Allerdings hatten wir Glück und sehr ruhige Mit-Gäste, sodass die Nächte ruhig waren.

Tipp: Am schnellsten kommt man zur Unterkunft, wenn man an Gleis 1 entlang geht und dann recht weit am Ende über eine Art Steg sich Richtung Uni-Campus hält. Von da aus ist man dann gleich an der Unterkunft.

Anreise

Wir sind mit dem Zug angereist. Geplant war eigentlich die Fahrt mit dem Nachtzug, sodass wir am Morgen angekommen und den ganzen Tag noch in Venedig gehabt hätten. Aufgrund des Bahnstreiks wurde daraus eine Tagesfahrt (über München, mit einmal Umsteigen dort). Zurück ging es abends. Geplant war eine Abfahrt für 23 Uhr. Wir sind dann schon um 18 Uhr nach Padua und haben dort noch eine Runde gedreht. Von Padua sind wir mit dem Nachtzug nach Salzburg gefahren. Dort haben wir ebenfalls einen Sightseeing-Stopp eingelegt, bevor es über München dann wieder nach Hause ging.

Buchtipp

Zu Venedig gibt es natürlich neben zahlreichen Reiseführern und klassischer Literatur auch einige Krimis und Romane. Interessant ist der Roman “Margherita” von Jana Revedin (bei Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision), die darin ihre Familiengeschichte aufbereitet. Die Oma ihres Mannes war ein einfaches Mädchen, dass durch die Heirat mit dem adeligen Antonio Revedin zur First Lady Venedigs wird.

Essen und Trinken

In einem eigenen Blog-Beitrag haben wir Gastro-Tipps für Venedig festgehalten.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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