Wandern in Polen: Schneekoppe - Maly Staw - Stabskirche
Zu Fuß

Wandern in Polen: Schneekoppe – Maly Staw – Stabskirche

Obwohl die Wetteraussichten nicht die besten sind, zieht es uns zum Wandern auf die Schneekoppe – oder besser auf die Sniezka, wie sie hier in Polen genannt wird. Von Karpacz aus gibt es mehrere Routen nach oben. Wir entscheiden uns, bis zur Kopa auf 1377 Meter mit dem Sessellift zu fahren. So sind wir aus unserer Sicht etwas Wetterunabhängiger, da wir oben entscheiden können, wie viel wir laufen – und auch ob wir wieder runterlaufen. Am Ende kommen 20 Kilometer und einige Höhenmeter zusammen. Auf der Karte startet die Tour an der Kopa und bricht leider in Karpacz ab – hoch zum Stellplatz mussten wir natürlich noch.

Von unserem Stellplatz, dem Panorama Camping, laufen wir zwei Kilometer bis zur Talstation der Seilbahn. Der Weg ist gut zu gehen. Vorbei kommen wir an einem Gedenkstein, der daran erinnert, dass hier eine Person in der NS-Zeit gehängt wurde. An der Seilbahn kann man mit Karte zahlen. Für einen Weg zahlen wir für zwei Personen umgerechnet 38 Euro. Kaum sitzen wir drin, passieren wir einen Mann, der ein Foto von uns im Sessellift macht – oben angekommen bekommen wir dies ausgedruckt zum Kauf angeboten.

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In knappen zehn Minuten sind wir oben. Die Sicht wird immer weniger, je höher wir kommen. Zwischendrin entdecken wir ein paar Schneefelder. Direkt unter uns befindet sich eine Skipiste, die in den Wintermonaten bespielt wird.

Auf der Kopa auf 1377 Metern angekommen laufen wir über einen gepflasterten Weg. Schnell sind wir am Schlesischen Haus. Markiert ist dies mit Dom Slaski. Man könnte einkehren, auch findet sich hier eine Toilette, für die man allerdings mit Münzen zahlen muss. Eine Karte zeigt die verschiedenen Möglichkeiten, was man alles erwandern kann. Wir finden die Karte sehr nützlich und werden später auch anhand dieser und dem Wetter entscheiden, was wir noch ansteuern. Übrigens verläuft hier oben die Grenze – Foto mit Grenzstein ist entsprechend auch möglich.

Uns zieht es nun als erstes hoch zur Sniezka, der Schneekoppe auf 1603 Metern. Es gibt zwei Wege: einen breiteren, der sich links am Berg entlang schlängelt, sowie einen schmaleren, der weiter rechts hochführt. Doch Achtung, der rechte Weg ist als Einbahnstraße konzeptioniert. Es geht also nur hoch auf diesem Weg. Wir nehmen den linken am Berg entlang. Es geht teilweise ordentlich neben dem Weg runter, doch an vielen Stellen kann man das nur vermuten, da man nicht weit blicken kann. Was zunimmt ist der Schnee. Hier liegt recht viel am Wegesrand, doch es schneit auch. Weiter oben haben andere sogar kleine Schneemänner gebaut.

Wir erreichen schließlich die Schneekoppe und stapfen durch den Schnee. Zu begutachten gibt es da oben eine Wetterstation (allerdings nur von außen) sowie eine Art Bergkneipe und weitere Gebilde, die allerdings mehr im Nebel verschwimmen als dass man sie sich richtig anschauen kann. Wir legen trotz Schneefall hier unsere Mittagsrast ein. An der Wetterstation finden sich ein paar geschützte Bänke.

Auf gleichem Weg geht es nun zurück zum Schlesischen Haus. Dort beschließen wir, runter zu wandern. Wir biegen nicht rechts zur Kopa ab, sondern laufen gerade aus weiter Richtung Spalone Straznica. Wir landen in einer Art Hochebene – mit vielen vergilbten Grasbüscheln und ein paar buschigen Gewächsen.

Am nächsten Abzweig biegen wir rechts ab, um zur Strzecha Akademicka zu kommen. Dahinter verbirgt sich eine größere Berghütte. Für uns geht es an dieser vorbei. Hinter dem Haus folgen wir einem schönen Weg runter zum Maly Staw, einem Bergsee. Leider fängt es nun nochmal gut an zu regnen, sodass wir etwas nass werden. Aber die Klamotten halten.

Der Bergsee zeigt sich vor hübscher Kulisse. Direkt dahinter fallen die Felsen schroff ab. Einen kleinen Wasserfall können wir auch entdecken. Am See ist erneut eine Berghütte, die mit ihrem braunen Holz und dem Türmchen an eine Kirche in Norwegen erinnert. Wer möchte, kann hier einkehren. Es gibt wohl auch Glühwein.

Wir folgen dem Weg zum Rastplatz Polana, an dem sich sogar ein paar Toiletten sowie eine Müllstation finden. Der Weg ist weiterhin gepflastert. Wir sind etwas hin- und hergerissen: Einerseits schön gemacht und sicherlich auch besser als Schlamm, auf der anderen Seite bei Feuchtigkeit an manchen Stellen rutschig und wirklich gut gehen kann man auf diesen Pflastersteinen auch nicht. Aber nun gut, es scheinen hier alle Wege rund um die Schneekoppe gepflastert zu sein.

Durch den Wald ist es schön zu gehen. Er scheint in gutem Zustand zu sein. Mal laufen wir durch Kiefernwald, mal sind es Buchen oder Birken. Auffällig finden wir, dass trotz Regen viele Menschen unterwegs sind.

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Schließlich erreichen wir die Stabskirche Swiatynia Wang. Sie stand ursprünglich in Norwegen und wurde nach Karpacz verfrachtet. Definitiv ein Highlight, das man sich anschauen sollte. Spannend ist, dass neben der Holzkirche ein gemauerter Uhrenturm steht. Laut Reiseführer hat das der damalige Herr angeordnet, da man ja schließlich auch wissen müsse, wie viel Uhr es ist.

Hinter der Kirche findet sich ein kleiner Friedhof, auf dem wir viele Gräber mit deutschen Namen finden. Tatsächlich kommt zwischendrin auch kurz die Sonne raus und beschert uns die Aussicht auf die Schneekoppe. Unterhalb der Stabskirche findet sich ein Stand, der Baumstrietzel verkauft. Wir gönnen uns einen frisch gebackenen und damit warmen mit Zimt und Zucker. Sehr lecker!

Von der Stabskirche aus kämen wir recht gut zu unserem Stellplatz zurück. Wir beschließen, noch einmal Richtung Stadt zu laufen, um uns auch von ihr einen Eindruck zu verschaffen. Zu sehen gibt es einige schöne Häuser, oft mit Holzschnitzereien, die zeigen, welche Pracht hier in früheren Zeiten geherrscht haben muss. Leider finden sich auch einige heruntergekommene Häuser hier sowie Bauruinen.

Kurz vor einer Art Fußgängerzone geht es durch einen Park, in dem ein paar Tierskulpturen aufgestellt sind. Neben einem Bären entdecken wir unter anderem einen Wolf und einen Elch. Schön gemacht ist auch die Bepflanzung. Auffällig ist, dass hier jetzt erst die Bäume anfangen zu blühen.

Als wir an der Fußgängerzone ankommen, fängt es heftig an zu regnen. Wir beschließen, dass uns bei diesem Regen das Bummeln durch die Stadt keinen Spaß macht. Daher werfen wir uns die Regenjacken über und wandern zurück zum Stellplatz. Recht schnell sind wir in einem Park, der an einem Stausee mit Wasserfall und Ausflugslokal (gespielt wird laute Musik, wie um den Regen zu trotzen) in den Wald übergeht.

Nach ungefähr zwanzig Minuten erreichen wir unseren Stellplatz. Wie gut, dass es hier eine richtig heiße Dusche gibt! Die Wanderung hat richtig viel Spaß gemacht. Auch bei nicht so gutem Wetter kann man sie gut gehen.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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