Radfahren und wandern in Polen: Slowinski Park Narodowy
Zu Fuß

Radfahren und wandern in Polen: Slowinski Park Narodowy

Bei unserem Zwei-Nächte-Stopp in Rowy steht ein Tag „Bike und Hike“ an – wir fahren mit dem Rad in den Slowinzischen Nationalpark und wandern dort dann an der Küste entlang zu einem Leuchtturm und einer der hohen Wanderdünen. Auf dem Rückweg passieren wir den Gardno-See. Insgesamt legen wir zehn Wander-Kilometer und 52 Rad-Kilometer zurück.

Los geht es vom Campingplatz nach Rowy rein, am Hafen vorbei und zum „Eingangstor“ in den Nationalpark. Das ist eine kleine Hütte, der Weg ist mit einem Seil versperrt. Pro Person müssen wir zehn PLN zahlen, also umgerechnet insgesamt etwa fünf Euro. Der Weg ist für Radfahrer und Wanderer kombiniert und geht mitten durch den Wald. Rechts von uns liegt der Gardno-See, zu sehen bekommen wir ihn allerdings nicht. Dafür allerlei andere Seen.

Am Ende der Waldstrecke kommen wir in Smoldzinski Las raus, eine Art Siedlung voller Tiny-Häuser. Mal sind es moderne Häuschen in anthrazit, mal mit Fachwerk, mal Holzhütten. Es gibt eine Art Restaurant, das an unserem Vorbeifahrtag allerdings nur von 13 bis 17 Uhr geöffnet hat. Wir fahren an der kaum befahrenen Straße nun nach Czolpino. Während Autos schon etwas weiter vorne abgestellt werden müssen, dürfen wir den Waldweg noch mit dem Rad passieren. Kurz vor dem Ende müssen auch wir schieben – es ist sehr sandig.

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Kurz bevor es über eine Düne ans Meer geht, findet sich an dieser Sackgasse Toiletten, Radständer, ein paar Picknicktische und eine aktuell geschlossene Bar. Wir schließen unsere Räder an, laufen die Düne hoch und sind begeistert von der Aussicht.

Einfach nur heller, feiner Sand, dazu ein paar Grasbüschel auf den Dünen, dahinter Kiefern, dazu das Meer und der strahlend blaue Himmel. Das ist richtig toll! Und es braucht definitiv die Sonnenbrille – alles andere wäre viel zu hell.

Wir laufen den Strand entlang, was in der Nähe des Meeres gut machbar ist. Der Sand ist hier etwas kompakter, wir kommen gut voran und sind fast allein. Auf der gesamten Wanderung treffen wir lediglich eine Schulklasse und darüber hinaus gerade zwei Hand voll Personen. Das genießen wir sehr.

Nach etwas mehr als einem Kilometer biegen wir beim nächsten Strandzugang rechts ab. Von hier aus geht es durch den Wald zu einem Leuchtturm. Dabei sind ein paar Höhenmeter zu bewältigen, aber das ist gut machbar. Man sollte beim Übergang von Düne zu Wald mal genau hinschauen – das sieht echt toll aus, wie der feine Sand in den Wald übergeht. Am Leuchtturm angekommen, legen wir an einem der beiden Picknickplätze unsere Mittagsrast ein, bevor es auf gleichem Weg wieder runter zum Strand geht.

Zu unserem nächsten Abzweig müssen wir ein wenig länger laufen. Wir wollen zur Wydma Czolpinska, einer der großen Wanderdünen. Dieses Mal geht es nicht über federnden Waldboden, sondern durch viel Sand hindurch. Das ist etwas anstrengender zu gehen. Doch die Entlohnung kommt schon bald mit Blick auf die Dünenlandschaft. Wir fühlen uns wie in der Wüste.

Das hat sich definitiv gelohnt und ist ein Highlight auf unserem Polen-Roadtrip! Während das Aufsteigen auf die Düne noch etwas beschwerlich war, geht es runter richtig schnell. Ein bisschen wie beim Schneewandern – und wenn man rennt, macht es gleich mal noch viel mehr Spaß.

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Zurück am Strand geht es nun auf gleichem Weg wieder zurück zu unseren Rädern. Doch dieses Mal mit Gegenwind. Der ist so stark, dass man sich nicht unterhalten kann und Lukas Uhr schon Warnsignale gibt, es sei recht laut. Schöne Blicke gibt es aber und so entstehen noch ein paar Bilder mit dem Treibholz, was hier liegt, den vielen Kieselsteinen, die statt Muscheln am Strand liegen, und dieser schönen, menschenleere Weite.

Zurück an den Rädern fahren wir durch das Waldstück zurück zur Straße. Dabei passiert ein Fuchs unseren Weg. Weiter geht es zurück bis Smoldzinski Las. Dort biegen wir – fälschlicherweise – nach links ab nach Lokciowe. Immerhin ist die Straße frisch gemacht und wir kommen schnell vorwärts, vorbei an einem Storchennest. Doch dann merken wir, dass wir in der falschen Richtung sind. Wir nehmen den angezeichneten Radweg nach Smoldzino – und fluchen schon bald.

Die Landschaft ist schön: Wir fahren idyllisch durch eine grüne Weidenlandschaft, die von mehreren Gräben mit Wasser durchzogen ist. Ab und an weiden Kühe am Wegesrand. Doch der Weg ist eine reine Holperpiste, bestehend aus Platten, die aussehen, als wären mehrere Rasengittersteine aneinander gereiht. Dazu herrscht starker Gegenwind. Spaß macht der Weg nicht. In Smoldzino atmen wir auf – Aspahltstraße. Doch das Aufatmen hält nur kurz an. Wir fahren nur kurz durch den Ort und erreichen schließlich wieder den Radweg zehn, den wir tags zuvor schon kennengelernt haben. An dieser Stelle geht es nur kurz über einen Schotterweg, dann folgt – endlos – das „Rasengitter-Geholper“. Rückblickend würden wir empfehlen, die „richtige“ Straße von Smoldzino nach Gardna Wielka zu nehmen. Das Geholper ist so langsam anstrengend, erst Recht bei dem Gegenwind – auch wenn die Landschaft mit Wald, Wiesen und Wasser natürlich sehr schön ist. An einer Stelle gibt es auch einen Aussichtsturm, von dem aus man gut auf den Gardna-See blicken kann.

Hinter Wysoka verlassen wir wieder die Asphaltstraße und biegen ab zum „Geholper“. Dabei läuft ein Stück ein Reh neben uns her. Hinter Retowo wechseln sich wieder landwirtschaftliche Flächen und See- und Sumpflandschaft ab. Das ist ganz interessant anzuschauen. Zu den Kühen gesellen sich hier auch ein paar Pferde.

Dennoch sind wir froh, als Rowy vor uns liegt und wir vom Rad absteigen können. Die Tour hat uns tolle Landschaften offenbart und auch die Kombi zwischen Radfahren und wandern mögen wir. Doch der Rückweg über die langen Holperstrecken bei viel Gegenwind hat dann doch auch etwas von den Energiereserven gezogen.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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