Radfahren in Polen: Über Międzyzdroje nach Świnoujście
Von unserem Stellplatz bei Karnocice auf der Insel Wollin fahren wir über Międzyzdroje nach Świnoujście, auch bekannt unter Swinemünde. Auf guten Radwegen legen wir dabei 60 Kilometer zurück und übersetzen an einer Stelle mit der Fähre.
Von Karnocice geht es kurz den Berg rauf, dann biegen wir links ab auf einen Waldweg, auf dem man gut fahren kann. Ein Schild weist darauf hin, dass wir bereits im Nationalpark Wollin unterwegs sind. Nach einiger Zeit biegen wir links ab und jubeln: rechts und links sind zwei Spuren asphaltiert, in der Mitte befindet sich Kopfsteinpflaster. Wir kommen hier also bis Wapnica sehr gut vorwärts.

Direkt am Ortseingang biegen wir erneut rechts ab und halten uns Richtung Wicko. Hier fahren wir durch ein Neubaugebiet hindurch und sind bald auf einer Straße, die an einem See vorbei führt. Dabei kommen wir an dem ersten Bunker vorbei, den man besuchen könnte. Wir interessieren uns allerdings nicht so dafür und fahren weiter über einen Radweg nach Międzyzdroje.

In Międzyzdroje halten wir uns im Kreisel rechts und passieren eine Art Gewerbegebiet. Kurze Zeit später geht es links ab, vorbei an einem großen Campingplatz und ein paar Hotelanlagen. Wir biegen schließlich ein auf einen wunderschönen Weg, der oberhalb des Meeres durch den Wald führt. Rechts und links des Weges ist Naturschutzgebiet, das nicht begangen werden darf. Wir blicken durch die Bäume immer wieder auf die Wellen und manch einen Windsurfer. Das hier ist schön zu fahren.



Nach ein paar Kilometern geht es links ab – hier müssen wir vom Rad absteigen. Der Weg führt über eine Sandpiste. Also einmal Rad hochschieben und auf der anderen Seite auch wieder runter. Das hatten wir vorab schon gelesen und es ist auch gut machbar. Der Blick zurück aufs Meer ist hier besonders schön.


Wieder auf dem Rad geht es durch den Wald über eine Mischung aus Schotter und Waldboden. Insgesamt ist das hier aber gut zu fahren. Überrascht sind wir von einer Gebetsstätte mitten im Wald, die wohl ein Ort für Seemänner ist.



Zwischendrin wechseln wir kurz auf eine nicht befahrene Straße, dann geht es wieder ab. Wie wir später herausfinden, können man hier auch auf der Straße bleiben. Was nun nämlich folgt, ist das schlechteste Stück der Route: Nach einem weiteren Bunker folgen ein paar sandige Etappen (die allerdings auch ein wenig Spaß machen), dann kommen größere Schottersteine, über die wir hinwegholpern.
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Doch auch das ist bald geschafft und wir erreichen wieder die Straße. Über eine Brücke folgen wir dem Radweg, der uns an einer Siedlung vorbei zum Hafen von Warzow führt. Mit der Fähre setzt man hier über nach Swinemünde – und das kostenlos. Bis Ende Mai geht die Fähre laut einem Schild nur alle Stunde (statt alle 30 Minuten). Zwischendrin fährt ein Bus, dem ein Kleinbus mit Radanhänger folgt. Denn tatsächlich sind hier einige Radfahrer unterwegs. Den Bus nehmen wir auf dem Rückweg, auf dem Hinweg setzen wir mit der Fähre über.



In Swinemünde angekommen, folgen wir einem Radweg, der uns am Hafen sowie an der Engelsburg und der Westbatterie vorbei führt. Letztere beiden ließen sich auch wieder besichtigen. Uns genügt der Blick darauf. Wir steuern die Promenade an. Dort stellen wir unsere Räder ab und bummeln die von Hotels, Restaurants und Cafés gesäumte Straße entlang. Ab und an findet sich ein Kleider- und ein Souvenierladen dazwischen.



Wir finden – endlich – einen Stand, der Fischbrötchen verkauft, gönnen uns Lachsbrötchen und Backfisch-Brötchen und schlendern zum Strand – inklusive Angriff einer Möwe, die es auf Lukas Backfisch abgesehen hat. Aber: 1:0 für Lukas. Am Strand ist es sehr windig, daher zieht es uns bald zurück zur Promenade. Windgeschützt sitzen wir dort in einem Café in der Sonne und genießen einen Eisbecher beziehungsweise einen Eiscafé.



In Swinemünde gibt es noch ein paar hübsche Häuser sowie einen großen Park zu entdecken. Durch diesen radeln wir hindurch zum Fährableger, wo – da volle Stunde – der Bus auf uns wartet. Nach 15 Minuten sind wir wieder in Warzow und fahren auf gleicher Strecke zurück. In Wicko biegen wir dieses Mal allerdings nicht ins Neubaugebiet ab, sondern fahren über die Landstraße nach Wapnica. Dort möchten wir noch einen Abstecher zum Jezioro Turkusowe machen.

Kurze Zeit später sind wir wieder auf der Route, die wir auch auf dem Hinweg hatten, und erreichen bald schon wieder unseren Stellplatz. Die Tour hat uns gut gefallen – gute Wege und eine schöne Mischung zwischen Seen, Meer und Stadt.