Wandern in Frankreich: Von Fort Buoux nach Sivergues
Zu Fuß

Wandern in Frankreich: Von Fort Buoux nach Sivergues

Ganz ursprünglich hatten wir mal gedacht, uns Fort Buoux anzuschauen und anschließend über eine Aussichtspunkt nach Sivergues und wieder zurück zu wandern. Doch es kommt etwas anders.

Das Wetter ist nicht das Beste. So lassen wir uns am Morgen in Goult viel Zeit, gehen nach dem Frühstück im Ort noch etwas spazieren. Nach einem Stopp in Saint-Saturnin-lès-Apt und Einkaufen in Apt landen wir schließlich in der Gegend rund im Fort Buoux. An der Straße im Tal gibt es ein paar ausgewiesene Parkplätze. Wir stellen uns bei der Moulin Clos neben zwei weitere Busse und laufen Richtung Fort.

Die Region ist beliebt bei Kletterern. Die steilen Felswände sehen bombastisch aus und tatsächlich können wir einige Kletterer an den Felswänden entdecken. Wir haben Respekt: Der Nebel vom Morgen ist zwar weg, aber es ist noch recht feucht, erst Recht am Felsen.

Hoch auf den Felsen ist das Fort. Bis zu 70 Meter tief fallen die Felswände am Plateau ab. Lukas war bereits da und berichtete von einer beeindruckenden Anlage, so mitten im Nichts. Doch wir haben Pech an diesem Tag. Als wir am Eingangshäuschen stehen, heißt es, dass an diesem Tag kurzfristig geschlossen ist – wegen des Wetters. Schade, das hätten wir uns gerne gemeinsam angeschaut.

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Da der Nachmittag schon angebrochen ist, fürchten wir, dass wir die mit knapp vier Stunden angegebene Rundtour nicht mehr ganz schaffen. Dafür sind wir einfach zu spät in Buoux angekommen. Auch mit Besichtigung des Forts hatten wir uns vorgenommen, wenigstens noch Sivergues anzuschauen. Lukas Papa Theo hatte in einem seiner Reiseführer vermerkt: „schönstes Dorf der Provence“. Das müssen wir uns also anschauen.

Also laufen wir zurück zu unserem Bus, von dort aus weiter Richtung Seguin. Dort biegen wir rechts ab in den Wald und laufen, wie auf der obigen Karte auch vermerkt, am l`Ague Brun entlang nach Sivergues. Der Weg ist wunderschön. Der Weg zwischen Felsen und Fluss, über steinige Passagen oder vorbei an buntem Herbstlaub, dass an diesem grauen Tag leuchtend hervorsticht, ist sehr gut zu laufen. Als wir rechts abbiegen Richtung Sivergues zeigt sich neben dem Weg eine Weidefläche. Links entdecken wir immer mal wieder Höhlen.

Schließlich erreichen wir Sivergues, das auf dem Plateau des Claparèdes gelegen ist. Der Ort ist winzig – und mit seinen Bauten wunderhübsch. Sivergues war einst Zufluchtsort für Waldenser. Die kleine Kapelle hat einen ganz besonderen Charme.

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Wir schlendern über Kopfsteinpflaster und kommen an einem Parkplatz raus. Die Straße endet übrigens in dem Ort – so ist hier wirklich nur unterwegs, wer hier hin möchte. Wir finden heraus, dass man mit dem Bus auf dem Parkplatz stehen darf – wir kommen also wieder.

Einmal durch den Ort durch hindurch laufen wir auf der anderen Seite Richtung Le Castelas. Die Aussicht auf interessante Bergformationen bleibt auf jeden Fall im Gedächtnis. Doch noch die Runde vollenden oder wieder über Sivergues zurücklaufen? Die Entscheidung fällt uns nicht leicht. Richtig hell geworden ist es heute nicht, die Wolken hängen wieder tief, die Zeit ist schon etwas fortgeschritten. Nachdem uns ein paar freilaufende, aggressiv wirkende Hunde nerven, drehen wir um und laufen wieder Richtung Sivergues.

Dort angekommen nehmen wir den gleichen Weg zurück zum Fluss. Dort angekommen, queren wir ihn aber und laufen auf der anderen Flussseite zurück. Es geht nun noch mehr als auf dem Hinweg direkt an den hohen Felswänden entlang. Am Ende folgen wir ein Stück dem GR 9, bis wir bei Seguin wieder auf den Fahrweg kommen, auf dem wir einige Zeit vorher in die andere Richtung gelaufen sind.

Übrigens gibt es einige Gumpen im Fluss. Das Wasser ist kristallklar. Wir können uns gut vorstellen, dass bei heißen Temperaturen ein Sprung ins Wasser sehr erfrischend sein kann.

Nach elf Kilometern und drei Stunden (inklusive dem halben Aufstieg zum Fort Buoux) kommen wir wieder an unserem Ausgangspunkt an. Knapp 400 Höhenmeter hat die Tour. Auf der Fahrt nach Roussillon reist der Himmel dann doch noch tatsächlich auf, sodass wir eine tolle Sicht auf Buoux und die Felsen haben.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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