Unterwegs in Albanien: Berat
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Unterwegs in Albanien: Berat

Die Altstadt von Berat begeistert mit ihren gut erhaltenen Stadtvierteln – und mit unterschiedlichen Einflüssen: 1914 nahmen die Griechen Berat ein, 1916 kamen die Ungarn, 1918 die Italiener, 1961 wurde Berat von der kommunistischen Regierung zur Museumsstadt ernannt. Berat zählt zu den ältesten Städten Albaniens – über 2400 Jahre kontinuierliche Besiedlungsgeschichte lassen sich laut Reiseführer nachweisen. Seit 2005 ist die Stadt UNESCO-Weltkulturerbe.

Bekannt ist die „Stadt der 1000 Fenster“ für die gut erhaltenen, schiefergedeckten osmanischen Wohnhäuser. Sie stammen aus der Mitte des 18./19. Jahrhunderts. Die weißen Häuser mit ihren braunen Fenstern drängen sich an den Hängen des Flusses Osum. Ihr solltet also nicht verpassen, durch die Gassen zu schlendern und diese Häuser von nahmen zu begutachten.

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Wir starten unseren Rundgang von unserem Stellplatz, der sehr zentral liegt. Schnell sind wir durch den Stadtpark am Bulevardi Republika, an der sich ein Café und Restaurant an das andere reiht. Von dort aus schauen wir uns die Bleimoschee an sowie die Saint Demetrius Kathedrale und laufen durch die Rruga Antipatrea an einer kleinen, süßen Kaffeerösterei vorbei zum Platz mit Sultansmoschee (Xhamia Mbret) und Tekke (Zentrum einer Sufi-Bruderschaft).

Die Tekke der Halweti-Derwische) wurde um 1770 von Ahmed Kurt Pascha errichtet. Sie zählt laut Reiseführer zu den schönsten Tekken des Balkans. Wir können nur den Blick durch die Fenster werfen, sind aber vom Gesamtensemble begeistert. Es lohnt sich, beim daneben liegende Gebäude auf die Veranda zu gehen (hier gibt es übrigens auch eine Toilette) und von dort aus auf den Platz zu blicken.

Wir nehmen den Burgberg in Angriff. Über die Rruga Mihal Komnena geht es steil aufwärts. Dabei kommen wir an ein paar schönen Häusern vorbei, kommen aber auch ganz schön ins Schwitzen.

Nachdem wir durch die Vorbirg und das Haupttor treten, gönnen wir uns in dem wenig vorhandenen Schatten eine kurze Abkühlpause. Eigentlich wird im Reiseführer angegeben, dass der Eintritt ist die bewohnte mittelalterliche Burganlage 300 Leki kostet. Wir müssen allerdings nichts zahlen. Das neben dem Burgtor liegende Kassenhäuschen ist nicht besetzt.

Viele Kirchen innerhalb der Burganlage sind leider geschlossen, so auch Shën Todrit aus dem 16. Jahrhundert, die direkt neben dem Eingang liegt. Wir gehen stattdessen am ehemaligen Waffen- und Pulverhaus vorbei und lassen uns durch die Gassen leiten. Über das Kopfsteinpflaster geht es mal hoch, mal runter, mal links rum, mal rechts – immer vorbei an schönen Steinhäusern, die teilweise richtig toll bepflanzt sind.

Wir passieren das Onufi-Museum, dass sich im Kloster Shën Mërisë befindet. In der Ausstellung sind unter anderem Ikonen aus dem 15. bis 20. Jahrhundert zu finden. Berat war einst das bedeutendste Zentrum für Buchmalerei in Albanien.

Sehr gut gefallen hat uns die Kirche Shën Triadhës. Der Ausblick auf die Ebene ist toll, die Kirche sehr gut erhalten. Sie wird auf das frühe 14. Jahrhundert datiert, enthält wohl aber auch Bauteile aus dem 3. bis 5. Jahrhundert.

Nicht verpassen sollte man die Akropolis, die Reste des Paschapalastes, die Zisterne, die Weiße Moschee (Xhamia e Bardhë) und die Rote Mosche (Xhamia e Kuqe).

Wir laufen vor bis zum Aussichtspunkt, genießen dort den Blick auf die gesamte Stadt und kehren über die Rruga Gjon Muzaka wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Wir nehmen wieder den steilen Weg, dieses Mal nach unten, biegen aber schon bald rechts ab ins Mangalemi-Viertel. Das ehemaligen, muslimischen Handwerker-und Kaufleuteviertel ist wirklich hübsch anzuschauen.

Über die Gorica-Brücke gelangen wir in das gleichnamige Viertel, das christlichen Ursprungs ist. Zur Zeit unseres Besuches wurde hier viel gebaut und saniert, daher sind wir vor allem zwei Straßen entlang gelaufen. Quasi von Brücke zu Brücke und wieder zurück. Die zweite Brücke ist eine steinerne, osmanische Brücke mit mehreren Bögen.

Zum Abschluss landen wir wieder in der Bulevardi Republika und gönnen uns hier ein Kaltgetränk. Anschließend stoppen wir noch einmal in der Rruga Antipatrea in einer Bäckerei. Von einem Abaner werden uns zwei Sachen empfohlen: Das eine ist eine Art Börek mit Spinat, das andere ein Kuchen mit dünnem Teig und ebenfalls Spinat. Beides schmeckt fantastisch! Weiter geht es für uns nach der Stärkung in den Osum-Canyon.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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