Pokhara
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Pokhara

Vor und nach unserem Trekking sind wir in Pokhara. Schon als wir aus Bandipur ankommen und im Hotel Sampada Inn auf dem Balkon stehen, sehen wir die ersten Gipfel des Himalaya. Die Vorfreude auf das Trekking ist groß.

Pokhara ist ein Touristen-Anlaufpunkt. Am Ufer des Phewa-Sees warten jede Menge Restaurants und Cafés, Läden mit Souvenirs und Trekkingbedarf sowie allerlei sportliche Aktivitäten auf die Reisenden. So brechen auch wir bald auf, um den Bezirk Lakeside etwas zu erkunden. Der Weg führt uns als erstes in ein Café – leichter Hunger macht sich breit. Bei Percy Beans gibts leckeren Kaffee, Pommes und gutes Internet – im Hotel funktioniert das leider nicht so recht. Nicht empfehlenswert sind die Chilly Pommes, die so scharf sind, dass man sie kaum essen kann. Wir sitzen oben und haben besten Blick auf das Treiben auf der Hauptstraße. Ganz schön viel Touristen hier, so unser erster Eindruck.

Und der wird verstärkt, als wir weiter ziehen. Wir laufen Richtung Ufer und bummeln ab dem Campingplatz entlang des befestigten Uferwegs, der sich an der Ostseite des Sees entlang schlängelt. Zuerst geht es an einer Fischzucht vorbei. Dann beginnt das Getummel: Immer wieder sitzen Verkäufer am Boden und bieten ihre Ware an. Kellner versuchen, einen auf ein Getränk oder zu frischem Fisch ins Lokal zu locken. Hier und da sitzt ein Paar am Boden, Musik tönt aus einem Lautsprecher, dazu wird gesungen. Die Picknickplätze direkt am See sind alle besetzt. 

Der Blick auf den See.

Touristen aus aller Welt sind unterwegs, aber auch viele Nepalesen und Inder. Wir vermuten, dass dies an den Darsain-Ferien liegt, denn als wir Barahi Chowk und die Anlegestelle für die Boote rüber auf die Insel erreichen, herrscht dort reges Treiben. Busse fahren an, viele der einheimisch aussehenden Menschen versuchen einen Platz auf einem der Boote zu bekommen. Auf der Insel ist der Schrein Tal Barahi, der nicht spektakulär sein soll, aber eben beliebtes Ausflugsziel. Wir verzichten auf diesen Rummel und biegen ab auf die Hauptstraße. Einmal hoch und einmal runter, vorbei an einem kleinen Park und dem Königspalast – viel zu sehen gibt es hier abseits der vielen Läden und Restaurants nicht. Das Gurkha-Museum zur Erinnerung an die Taten des Elite-Korps in den Armeen von Großbritannien und Indien soll nicht schlecht sein, aber auf Museum haben wir gerade keine Lust.

Bis 1973 war Pokhara laut Reiseführer nur ein kleiner Marktort an der Handelsstraße Richtung Mustang. Das mag man heute kaum glauben: Mit der Anbindung an den Prithvi Highway wuchs die Stadt, mittlerweile leben rund 414.000 Einwohner in Pokhara. Dazu kommen unzählige Touristen, die von hier aus zum Trekking im Annapurna-Gebiet starten. Aktuell wird sogar an einem internationalen Flughafen gebaut. 

Am Abend gehen wir im Boomerang etwas essen. Zentral gelegen an der Lakeside Marg ist uns das Restaurant beim Bummeln am Mittag aufgefallen wegen der deutschen Bäckerei, mit dem es sich brüstet. Wir sind ein wenig neugierig und suchen uns einen Platz im weitläufigen Garten. Kurz vor 19 Uhr wählen wir unser Essen, dann startet auch schon eine nepalesische Show. Tanz und Gesang, dabei viel Playback – Zielgruppe: auf jeden Fall Touristen. Es ist okay, genauso wie das Essen – aber nichts besonderes. Empfehlenswert – nicht wirklich.

Am nächsten Morgen starten wir früh zum Trekking. Dabei fahren wir über Sarangkot. Mit 1590 Meter ist Sarangkot ein beliebter Aussichtspunkt von Pokhara aus. Auch wir hatten in Erwägung gezogen, nach unserem Trekking dorthin zu fahren. Nun gut, das haben wir nun also schon erledigt und beste Aussicht auf den 6997 Meter hohen Machhapuchhare, auch bekannt als Fish Tail. 

Pokhara
Blick auf den Machhapuchhare von Sarangkot aus.

Zurück vom Trekking bleiben wir für zwei Nächte im Temple Tree Resort und Spa. Ein Upgrade, schließlich sind wir ja auch in den Flitterwochen. Das Boutiquehotel ist in Erdfarben gehalten und vermittelt ein angenehmes Ambiente. Das Zimmer punktet mit einem weichen, wunderbaren Bett und einer richtig warmen Dusche. Was will man nach einem Trekking mehr?

Irritiert sind wir am Anfang von all dem Service, der uns geboten wird. Empfangen werden wir mit einem Kaltgetränk und einem eisgekühlten Handtuch. Menschen übernehmen für uns den Check-In, während wir im Garten sitzen und uns von Indra und Bijaya verabschieden. Der Höhepunkt dieser „Service-Irritation“ ist am nächsten Tag, als der Zimmerservice klopft und fragt, ob wir denn noch etwas brauchen würden, bei der Verneinung dann Wasser und einen kleinen Blumengruß da lassen. Sehr ungewohnt für uns – und für zwei Nächte absolut ausreichend.

Am Abend lassen wir uns im Temple Tree mit gutem Essen, leckerem Wein, Bier und einen Espresso zum Abschluss verwöhnen. Alles ist nett beleuchtet, der riesige Pool glitzert blau. Das Frühstücks-Büfett am nächsten Morgen kann sich durchaus auch sehen lassen und bietet von europäisch-amerikanisch bis nepalesisch für alle Geschmacksrichtungen etwas an. Nach dem Ausschlafen lassen wir uns Zeit für das Frühstück, danach steht Bummeln in der Stadt an. Wir wollen noch ein paar Mitbringsel besorgen, den Tag entspannt angehen lassen. Tatsächlich lässt es sich in dem ein oder anderen Bücherladen sowie tibetischen Shop wunderbar stöbern.

Pokhara
In Pokhara gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten.

So richtig können wir uns mit Muskelkater und dem wolkenverhangenen Himmel auch nicht motivieren, zur Weltfriedensstupa hochzulaufen. Auf 1113 Meter Höhe auf dem Bergkamm am See gelegen, soll sie einen schönen Blick auf Pokhara, den See und die Berge bieten. Doch faul und gemütlich, wie wir an diesem Tag unterwegs sind, bilden wir uns ein, dass man von oben bei der Diesigkeit kaum etwas sieht und kehren lieber in ein Café zu Kaffee und Kuchen ein. Das med5 ist nicht weit von unserem Hotel entfernt und hat genau das: leckeren Kaffee, Apfelkuchen und Lemon Cake. Die Location gefällt uns gut und so beschließen wir, auch am Abend wieder hierher zu kommen. 

Der Nachmittag steht ganz im Zeichen der Entspannung. Wir machen es uns am Pool gemütlich (ja, tatsächlich). Neben schwimmen und lesen (z.B. passend: “Unter Gebetsfahnen”) ist das Netz ganz hervorragend, um einige Bilder und Blogberichte hochzuladen. Und dann gönnt sich Jule noch eine Massage – ein wirklich entspannter Tag. 

Pokhara
So lässt es sich entspannen – aber nur für einen Tag aushalten: Swimming Pool im Temple Tree.

Und dann ist der wunderbare Urlaub gefühlt auch schon vorbei. Am nächsten Tag steht die Busfahrt zurück nach Katmandu an. 200 Kilometer, für die man sage und schreibe neun Stunden brauchen kann. Der Bus, mit dem wir unterwegs sind, macht drei Pausen – bei einer könnte man auch schnell ein Mittagessen runterschlingen. Doch wir haben uns mit ein bisschen Reiseproviant eingedeckt und snacken Chips und Backwaren, wie es sich für eine Busfahrt gehört. An einigen Stellen kommt der Bus nicht so recht voran: An zwei Stellen wir die Straße saniert, vor Kathmandu staut es sich sowieso. Doch wir sind mit ausreichend Podcasts und Hörbüchern ausgestattet und so vergehen dann auch die neun Stunden. 

Angekommen in Kathmandu suchen wir uns ein Taxi, das uns wieder ins Hotel Vajra bringt (siehe auch Start in Kathmandu). Da ist es dann doch schon so spät, dass wir mehr oder weniger direkt zum Abendessen können und ab ins Bett. Am nächsten Morgen geht der Flieger um 7.30 Uhr, um 5.30 Uhr geht unser Shuttle zum Flughafen. So früh am Tag ist noch nicht allzu viel los und so sind wir keine 15 Minuten später tatsächlich am Flughafen und geben unser Gepäck auf. Noch durch die Passkontrolle, Ausreisestempel und dann sind wir tatsächlich die ersten, die durch den Sicherheitscheck gehen (nachdem wir gerafft haben, dass es eine Schlange für Männer und eine für Frauen gibt). 

Tschüß Nepal! War großartig bei dir!

Jule Lumma

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Leitung Digital bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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