Vier-Burgen-Wanderung Elsaß - Hohenbourg
Zu Fuß

Wandern in den Nordvogesen: Vier-Burgen-Tour bei Lembach

Gleich vier Burgen und zwei Länder gibt es auf dieser Wandertour zu entdecken. Auf knapp 15 Kilometern legen wir in vier Stunden 500 Höhenmeter zurück und genießen viel Aussicht auf die Nordvogesen.

Inspiriert von der Vier-Burgen-Tour auf Outdoor Active und den Erzählungen von Jules Eltern, dass es eine schöne Wanderung ist, starten wir von unserem Campingplatz und laufen entlang des Sees. Schon bald queren wir die Landesstraße, tauchen so richtig ein in den Wald und steigen auf zur Burgruine Fleckenstein.

Von hinten nähern wir uns der Burgruine, die hoch auf dem Felsen an ein Adlernest erinnert und 1174 das erste Mal erwähnt wurde. Gottfried von Fleckenstein steht zu dieser Zeit im Dienst des Kaisers Friedrich Barbarossa in Haguenau. Von einer einfachen Befestigung entwickelt sich die Burg hoch auf den Felsen zu einem herrschaftlichen Anwesen.

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Heute gibt es allerlei Erlebnismöglichkeiten: Die Burg kann gegen Eintritt mit oder ohne Führung besichtigt werden (etwa eine Stunde Dauer). Alternativ gibt es eine Art Schatzsuche mit Rittergeist Hugo (drei Stunden) sowie einen Rundgang um die Burg, bei dem ein Ritter den Weg weist und man auf Infotafeln beispielsweise mehr zu auf dem Boden eingegrabene Keramikreste erfahren kann. Eine Naturausstellung ist Corona-bedingt aktuell geschlossen. Zahlreiche Picknickplätze, eine Gastronomie mit bester Aussicht und ein Ritter-Laden ergänzen das Angebot.

Wir schauen uns ein paar der Infotafeln an und laufen einmal um die Burg herum, allerdings treten wir nicht ein und sparen uns die Bezahlung. Schließlich wollen wir heute noch ein paar andere Burgen besichtigen. Auf dem Rückweg kommen wir hier wieder vorbei und wollen dann entscheiden, wie Zeit und Lust dazu dann noch aussieht.

Vorbei an ein paar Köhleröfen laufen wir etwa zwanzig Minuten entspannt zum Gimbelhof. Den Hof samt Gastronomie schon im Blick schweift unser Blick noch einmal nach rechts auf die dominante Fleckenstein. Esel und Kühe erfreuen am Hof angekommen das Kind unserer Wanderbegleitung. Ganz begeistert sind wir von einem riesigen Abenteuerspielplatz ganz im Mittelalterstil.

Nun führt der Weg Richtung Nothweiler. Am „Col du Litschhof“ biegen wir links ab und folgen der Markierung des „Grenzgängerwegs“. Bald schon kommen wir am Forsthaus „Litschhof“ vorbei, das am Ende einer Straße liegt. Hühner laufen frei umher, an einem Teich tummeln sich ein paar Gänse. Links vom Weg stehen Bienenstöcke. Wir öffnen ein Gatter und laufen einen schmalen Weg, der uns richtig begeistert. Einfach nur schön!

Vier-Burgen-Wanderung Elsaß

Bald schon kommen wir am alten Grenzübergang an. Ein verlassenes Holzhäuschen (die alte Zollstation ), ein grünes Fahrradwegweiser-ähnliche Schild mit der Aufschrift „Landkreis Südwestpfalz, Deutschland“ und ein paar rote Warnbalken und schon sind wir wieder in Deutschland. In Nothweiler selbst erfreuen wir uns an goldischen Häuschen. Schade, dass Vetters Scheune zu hat, denn dort gibt es richtig gute Flammkuchen (wissen wir von vorherigen Besuchen).

An der Bushaltestelle im Ort biegen wir links ab, nun geht es bergauf. An einer Bank mit Blick auf den Ort rasten wir kurz, dann geht es rein in den Wald und stets bergauf. Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir die Wegelnburg. Die höchste Burgruine der Pfalz aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts liegt auf 572 Metern – und wird bis Ende 2020 saniert. So können wir, nachdem wir sie über einen schmalen Serpentinenpfad erklommen haben, leider nur von unten anschauen. Schade, denn von dort oben soll der Blick bis zum Straßburger Münster reichen.

Nun geht es bergab zum „Kaiser-Wilhelm-Stein“ und einer Schutzhütte. Schon bald sehen wir wieder den Grenzstein und übertreten die grüne Grenze.

Unser nächstes Ziel ist die Hohenbourg, die nun wieder auf französischer Seite liegt. Der Weg führt über Waldboden, erst eben, dann an einem Brunnen vorbei und wieder nach oben. Erbaut wurde die Hohenburg Anfang des 14. Jahrhunderts vom Geschlecht der Puller von Hohenburg. Später ging sie auf die Sickinger über.

Die Burg auf 550 Meter ist noch richtig gut erhalten und so haben wir einiges zu erkunden – und das bei bester Sicht. Wir klettern hoch auf den Turm über schmale Holztreppen und alte, in Steingehauene Stufen. Ein paar Eidechsen begegnen uns dabei. Oben angekommen werden wir mit einer phänomenale Sicht belohnt.

Nur wenige Meter weiter liegt die Löwenstein, gebaut über zwei nebeneinander liegende Sandsteinfelsen. Wir steigen erneut nach oben und blicken von der tiefer liegenden Vorburg auf die höher liegenden Hauptburg. Die Burgruine stammt aus dem 13. Jahrhundert und war vermutlich ein Vorpfosten für die größere Fleckenstein und Hohenbourg.

Vier-Burgen-Wanderung Elsaß - Löwenstein

Über einen schmalen Pfad laufen wir nun wieder Richtung Fleckenstein. Hier haben wir mehrere Möglichkeiten: So könnten wir noch einmal über den Gimbelhof laufen. Wir entscheiden uns allerdings für die direkte Variante und meiden den auf dem Berggrad verlaufenden Felsenpfad. Mit Kind und Kraxe ist der untere Weg auf jeden Fall der bequemere.

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Bald schon wieder erreichen wir die Fleckenstein und wählen statt der Besichtigung den direkten Weg zurück zum Campingplatz und zum See. Zu verlockend ist nach vier Stunden Laufzeit und 14,6 Kilometern das kühle Nass.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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