Donnersberg Adlerbogen
Dehääm,  Zu Fuß

Wandern in der Pfalz: Adlerbogen am Donnersberg

Eine kurze, aber sehr schöne Wanderung führt von Dannenfels zum Adlerbogen. Eigentlich hatten wir uns für den Tag eine rund sieben Kilometer selbst zusammengestellte Tour mit einigen Highlights auf dem höchsten Bergmassiv der Pfalz vorgenommen. Doch wie es dann manchmal ist: Es kommt anders als geplant.

Unser Auto stellen wir in Dannenfels in der Nähe der des Cafés Gegn`über und der dort angesiedelten Touristeninfo ab. Schon beim Reinfahren in den Ort werden zahlreiche Parkmöglichkeiten angegeben. Wir fragen uns, was hier wohl an einem schönen Sommertag los ist.

Wir laufen die Donnersbergstraße entlang und landen schließlich am Kloster Gethsemani. Hier leben Trappistinnen, die bewusst einfach und eher zurückgezogen ihren Tag verbringen. Sie betreiben keine Seelsorge, verlassen selten das Kloster, sehen kein Fernsehen, hören kein Radio – das Gebet steht im Mittelpunkt.

Donnersberg Kloster Gethsemani

Es ist ganz interessant, etwas mehr zum Leben der Trappistinnen auf deren Webseite nachzulesen. Auch zur Entstehung des Ordens findet man dort einige Informationen: So gründete im 11. Jahrhundert eine Gruppe von Benediktinern das Kloster Cîteaux in Frankreich – der Beginn des Ordens der Zisterzienser. Vom französischen Zisterzienserkloster La Trappe schließlich ging im 17. Jahrhundert eine Reform aus, die später zum Orden der Trappisten wurde.

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Da der Klosterladen leider geschlossen hat, werfen wir nur einen Blick auf die Gebäude, einen modernen Glockenturm und eine Skulptur. Dann laufen wir ein Stück querfeldein durch den Wald. Der Wegeinstieg ist kaum noch zu erkennen. Lediglich eine Stufe scheint übrig geblieben zu sein, ansonsten meinen wir den Weg weiter oben zu erkennen.

Wir schlagen uns also durch ein paar Büsche und klettern über rutschigen Boden, bis wir den vermeintlichen Weg erreichen. Schon bald blockieren ein paar umgefallene Bäume den Pfad. Es heißt also wieder klettern. Doch natürlich ist das spannender als „langweilige breite Wald-Autobahnen“. Dann kommen wir auf einem besser angelegten schönen Waldweg an.

Unsere eigentlich angedachte Route haben wir mittlerweile verlassen. Wir lassen uns treiben, kommen an einem etwas seltsam anmutenden Schild „Wacht am Rhein“ mit Eisernem Kreuz vorbei. Schließlich halten wir uns rechts und folgen einem blau-weißen Wanderzeichen. Es geht wieder nach oben. Belohnt werden wir mit toller Aussicht.

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Nach nur wenigen Minuten kommen wir am Adlerbogen am Moltkefels raus. Die Aussicht ist hier wirklich einzigartig. Wir blicken auf die Pfalz und nach Rheinhessen, können den Odenwald und den Taunus erkennen. Richtig schön ist es hier oben – auch wenn der Adlerbogen selbst wie aus einer anderen Zeit wirkt.

Der stählerne Bogen mit dem gusseisernen und vergoldeten Adler wurde 1880 zu Ehren des Generalfeldmarschalls Graf Helmuth von Moltke und des Reichskanzlers Otto von Bismarck gebaut. Bilder der beiden historischen Persönlichkeiten zieren die Enden des Bogens. Die Amerikaner zerstörten das Denkmal im Zweiten Weltkrieg, 2016 wurde es zuletzt restauriert.

Wir besichtigen den Bogen aus unterschiedlichsten Perspektiven und rasten schließlich auf rund 540 Höhenmetern an einer Bankgruppe. Es gibt frisch aufgebrühten Kaffee von Emilo und selbstgebackenen Kuchen.

Trotz Sonne ist es ganz schön kalt und so laufen wir bald weiter. Oberhalb des Adlerbogens kreuzen sich mehrere Wege. Wir beschließen, dem gut ausgebauten Waldweg zu folgen und am Dampfnudelfelsen vorbei zu gehen.

Donnersberg

Mit viel Fantasie erkennen wir eine Dampfnudel in dem Gebilde. Wie genau der Felsen nun aber zu seinem Namen kam, können wir nicht herausfinden. Stattdessen sinnieren wir darüber, wann wir mal wieder „Pälzer Dampnudl“ essen könnten. Aber so gut wie Oma bekommt sie eben keiner hin…

Nach 5,5 Kilometern kommen wir wieder an unserem Ausgangspunkt an. Das war eine kurze, aber sehr schöne Wanderung. Die Aussicht am Adlerbogen hat uns positiv überrascht. Klar ist nach dem kurzen Ausflug aber auch: Wir kommen wieder. Die Landschaft am Donnersberg ist einladend und auf dem höchsten Pfälzer Bergmassiv gibt es noch einiges zu entdecken. So beispielsweise den Keltischen Skulpturenweg, den Mittleren Ringwall, eine alte Radarstation und den Ludwigsturm.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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