Wandern in Frankreich: Gorges de Veroncle
Zu Fuß

Wandern in Frankreich: Gorges de Veroncle

Die zehn Kilometer lange Wanderung durch die Gorges de Véroncle hat es in sich: Nicht umsonst gilt sie auf Outdoor Active als Bergtour, denn es gibt einige Kletterpartien und schmale Pfade zu bewältigen. Es geht durch die enge Schlucht, vorbei an den Ruinen alter Mühlen und durch den Bois d’Audibert wieder zurück.

Wir parken direkt an der Landstraße zwischen Gordes und Joucas. Es ist gerade mal Platz für drei Autos, doch wir haben Glück und erwischen einen Platz, auf dem wir auch gut mit unserem Bus stehen können. Von dort aus geht es zu Fuß auf einem Fahrweg entlang. An einem hübschen Haus halten wir uns links und laufen am oberen Schluchtrand entlang. Schließlich steigen wir ab und kommen an den Überresten der Moulin de Jean Mare heraus. Beim Absteigen passieren wir bereits die erste kleine Kletterstelle: Eine Eisenleiter hilft beim Überwinden der kleinen Klippe.

An der Mühle informieren Tafeln über die Hydraulik der Mühle. Leider sind die Schilder nur auf Französisch, doch das ein oder andere kann man doch verstehen. Links von den Ruinen geht es über einen schmalen Pfad rein in die Schlucht. Es folgt ein spannender Abschnitt: Wir müssen immer wieder klettern. Mal helfen Leitern und Tritte, mal greifen wir an die Felsen, um uns nach oben zu ziehen oder abzustützen. Tatsächlich müssen wir an einer Stelle auch durchs Wasser laufen. Ein paar Steine im Wasser sorgen dafür, dass die Füße nicht ganz so nass werden.

Langsam weitet sich das Tal wieder ein wenig. Der Weg bleibt anspruchsvoll. Eine Zeit lang bleiben wir auf Ebene des hier meist trockenen Flussbettes. Doch bald müssen wir rechts den Hang hinauf, weil tiefe (leere) Gumpen nicht so einfach zu bewältigen sind. Auf dem Fels, teilweise mit lockeren Steinen, bewegen wir uns vorwärts. Dann müssen wir die Seite wechseln: Einmal runter und am besten mit etwas Schwung auf der anderen Seite über den Fels wieder nach oben.

Auf der linken Schlucht-Seite geht es nun also weiter. Wir bewegen uns nun etwa in der Hälfte zwischen Talsohle und Plateau. Ab und an geistert der Gedanke durch den Kopf: Aufpassen, nicht stolpern, sonst geht es ganz schön runter. Auf der anderen Seite können wir ein paar Höhlen entdecken. Mit entsprechendem Equipment macht es bestimmt Spaß, dort ein wenig zu klettern.

Wir erreichen eine Stelle, an der wir spontan erst einmal feststellen: “Das ist völlig verrückt”. Es geht steil am Fels hinunter. Beim genaueren Hinschauen erkennen wir neben einem Stahlseil auch ein paar kleine Tritte. Langsam begeben wir uns in die Felsspalte und arbeiten uns in der Senkrechte nach unten. Wenn man die Füße richtig ordnet, klappt das auch ganz gut. Mit Kletter(-steig)-Ausrüstung wäre uns etwas wohler, doch das ist hier nicht vorgesehen.

Nach einem kurzen Stück über Felsen nach unten und durch ein kleines Wäldchen weitet sich die Schlucht und wir erreichen bald die Ruine der Moulin Jean Mare. Wer möchte, kann die Tour hier auch abkürzen.

Wir laufen weiter Richtung Puits de Cata und über einen engen Pfad durch ein Waldstück. Zwischendrin wird es etwas schwierig, zu erkennen, wie es weitergeht. Über ein Schotterfeld landen wir wieder auf einem breiteren Weg und schließlich an der Moulin des Étangs. Hier verlassen wir an einem einsam gelegenen Anwesen die Schlucht.

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Auf einem Fahrweg entlang laufen wir wieder zurück, passieren noch ein paar hübsche, einsam gelegene Häuser und einen Campingplatz. Der Weg durch den Bois d’Audibert wechselt zwischen breiterem Weg und schmalen Pfad. Was bleibt sind tolle Blicke.

Über Serpentinen, die sich auch teilweise leicht abkürzen lassen, geht es wieder abwärts. Dann nehmen wir einen schmaleren Pfad und landen wieder am schönen Haus, bei dem wir zu Beginn links abgebogen waren. Nun ist es nicht mehr weit zurück zum Parkplatz.

Die Tour hat es in sich, aber ist wunderschön und abenteuerreich. Wir können uns vorstellen, dass es im Sommer mit der Hitze anstrengend ist, gerade auch, weil es nicht viel Schatten gibt. Im Herbst war es sehr angenehm zu laufen.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als stellvertretende Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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