Busausbau - neues Dach
Bulli-Leben

Busausbau: Neuer Zeltstoff für das Aufstelldach

Der Stoff unseres Klappdachs ist ziemlich mitgenommen. Kleine Risse, dünne Stellen und Reißverschlüsse, die nicht mehr so richtig wollen. Es wird Zeit für neuen Zeltstoff für unser Aufstelldach!

Recht schnell nach Kauf unseres T4 haben wir bereits am Aufstelldach gearbeitet: Risse am Zeltstoff werden mit Wasserdichtem Reparaturband geflickt, das Gummi am Dachrand gesäubert und neu befestigt. Bei einem Herbsttrip 2020 in der Eifel ist es so stürmig, dass im hinteren Bereich der Stoff reißt. Das lässt sich nicht mehr mit dem Reparaturband flicken und so wünschen wir uns zu Weihnachten von unseren Familien einen Zuschuss für neuen Zeltstoff fürs Aufstelldach. Notdürftig ziehen wir übrigens im hinteren Bereich ein Stück Kohtenstoff ein, sodass zumindest provisorisch Wind und Wasser draußen bleiben.

Bei “Stoff am Stück” bestellen wir nach Weihnachten ein neues Faltenbalg. Hier sucht man sich das passende Modell aus und zahlt, dann wird die Produktion gestartet (so denken wir uns das zumindest). Als Lieferzeit werden bei unserer Bestellung drei bis vier Monate angegeben. Wir haben also Hoffnung, im Frühjahr bei den ersten Sonnenstrahlen den Zeltstoff auswechseln zu können. Doch das wird leider nichts! Bei “Stoff am Stück” stapeln sich die Aufträge. Leider gibt es keine Benachrichtigung, dass sich die Lieferung verzögert. Also rufen wir nach dreieinhalb Monaten an, wie es denn mit unserer Bestellung aussieht. “Da sind noch ein paar Aufträge vor Ihnen auf dem Stapel. Bitte rufen Sie nicht mehr an. Wir melden uns, wenn es soweit ist.”

Werbung


Den Kundenservice empfinden wir ehrlich gesagt als nicht wirklich freundlich. Wir gedulden uns also und unternehmen auch keine Versuche mehr, den Status unserer Bestellung abzufragen. Nicht, dass wir weiter unten im “Stapel” landen. Im September werden wir beim Wandern auf dem E5 mit einer Sendungsbenachrichtigung in der DHL-App überrascht: “Ihre Lieferung konnte nicht zugestellt werden. Sie können diese in der Filiale abholen.”

Nach unserem Urlaub holen wir das Paket also in der Filiale ab – und freuen uns, dass es nicht wieder zurückgesendet wurde. Da der langherbeigesehnte Zeltstoff nun also da ist und das Wetter mitspielt, machen wir uns am Wochenende ans Austauschen. Kleiner Tipp: Man sollte den Bus einmal richtig von außen reinigen. Wir haben das leider verpasst und haben dann beim Drüberziehen des neuen Stoffes sehr drauf geachtet, dass der Dreck des Daches nicht an den Stoff kommt. Wer vorher reinigt, muss darauf nicht so sehr achten.

Werbung


Wir entfernen im Innenbereich die klappbare Platte der Liegefläche, um besser an den hinteren Bereich heranzukommen. Das Herunterziehen des alten Stoffes geht schnell. Zuerst wird der untere Keder vorsichtig herausgezogen. Dabei im hinteren Bereich anfangen, denn dort sind die Enden. Mit einer Zange kommt man gut an die Enden ran. Dann wird der Keder vorsichtig herausgezogen, denn später muss er wieder rein.

Der Zeltstoff ist im unteren Bereich nun also locker und hängt nur noch an den Aluschienen. Vier Stück sind es, die im inneren Bereich abgeschaubt werden müssen. Wir starten mit dem Alurahmen im vorderen Bereich und arbeiten uns nach hinten durch. Vier Hände sind da sehr hilfreich, es geht aber auch alleine. Tipp: Genau merken, welche Aluschiene an welcher Stelle war. Das erleichtert später das erneute Befestigen. Wir legen die Schienen dazu genauso auf den Boden, wie wir sie entfernt haben.

Das Dach liegt schließlich locker oben auf. Wer möchte, kann den Stoff an einer Stelle zerschneiden, um den Stoffwulst zu entfernen. Wir klappen das Dach ein wenig runter und ziehen den Stoff einfach drüber – gute Übung für das, was bei einem der nächsten Schritte kommt. Doch erst einmal reinigen wir intensiv alle Teile: Keder und Aluschiene werden mit warmen Wasser geputzt, genauso der Innenbereich des Aufstelldachs. In dem Zusammenhang wechseln wir auch die Klett- und Isolationsstreifen aus, die an den Auflagenflächen befestigt sind.

Nun kommt der neue Stoff! Dazu das Aufstelldach auf Halbmast setzen. Das funktioniert am besten mit einer leergetrunkenen Kiste Bier, wie wir im T4-Wiki erfahren haben (Danke an dieser Stelle für die tolle Anleitung!). Die leere Kiste positionieren wir zwischen zwei Kissen, damit es auch keine Kratzer gibt. Dann beginnen wir das Zelt von vorne nach hinten drüberzuziehen. Dabei sind wir zu dritt und mit Leitern und Hockern ausgestattet.

Jetzt beginnt die Fummelarbeit. Der Stoff wird zuerst in der oberen Schiene befestigt, dann kommt der untere Bereich mit dem Keder. Von der Reihenfolge gehen wir also rückwärts vor, wie der alte Stoff auch herausgenommen wurde. Wir starten im vorderen Bereich und klappen das Dach komplett auf. Die Aluschienen werden mit den mittleren Schrauben befestigt. Dabei die Schrauben nur leicht eindrehen – es empfiehlt sich also Handarbeit statt Akkuschrauber. Jetzt den Stoff reinschieben und die Schrauben etwas fester drehen. Richtig festgezogen haben wir erst, als wir einmal komplett rum waren, damit man noch etwas Flexibilität beim Ziehen des Stoffes hat. Wir haben übrigens nicht durch den Stoff durchgeschraubt, sondern diesen “nur” eingeklemmt.

Nach dieser Arbeit kontrollieren wir einmal von außen und innen, ob irgendwo Licht durchscheint oder alles wirklich gut verarbeitet ist. Wenn alle Aluschienen wieder fest sind und der Zeltstoff überall eingespannt ist, geht es an den unteren Bereich. Dazu das Dach wieder auf Halbmast setzen und die Bierkiste zur Hilfe nehmen. Wir ziehen den Stoff einmal zurecht. Dann kommt der Keder ran, beginnend hinten in der Mitte. Mit einem flachen Schraubenzieher und einer Spachtel arbeiten wir uns langsam vorwärts. Man sollte dabei darauf achten, den Keder nicht zu spannen, was gar nicht so leicht fällt. Zuerst drückt man ihn oben leicht rein. Mit den Spachteln aus Holz und Kunststoff (keine scharfe Kante, schmale Fläche) drückt man den Keder dann im unteren Bereich rein.

Wir sind einmal drum herum. Der Keder ist wieder komplett drin und hat genau gepasst. Nichts ist gerissen, der Stoff scheint überall fest zu sein. Im hinteren Bereich kürzen wir von Innen die elastischen Bänder, die zu lang sind, und drücken sie in die Schiene. Nun sind wir auf das Ergebnis gespannt: Wir klappen das Dach komplett auf. Und das sieht super aus!

Nicht nur von außen wirkt der neue Zeltstoff toll. Auch im Innenbereich fühlt es sich gleich ganz anders an. Dazu kommen die Öffnungsmöglichkeiten im vorderen Bereich, aber auch auf der Seite. Wir freuen uns schon drauf, diese zu öffnen und Panoramablicke zu genießen.

Letzter Kontrollgang: Alles ist an seinem Platz, der Zeltstoff überall richtig eingespannt. Wir drehen alle Schrauben noch einmal fest und bauen die Platte im Innenbereich wieder ein. Die Stoffmatratzen werden wieder ausgelegt, der nächste Busausflug kann kommen!

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als stellvertretende Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.