E5: Von Oberstdorf über Kemptner Hütte nach Madau
Zu Fuß

Unterwegs auf dem E5: Unser Resümee

Angekommen in Meran! Was für ein Gefühl! Wir sind einerseits euphorisch, glücklich, erleichtert, dass wir die Strecke von über hundert Kilometer geschafft haben, dass wir Höhenmeter bezwungen und die Berge auch wieder herunter gekommen sind. Ja und es schwingt auch Stolz mit, dass wir das gemeistert haben. Ein paar schwierige Partien waren dabei, alles in allem sind wir im Nachgang aber überrascht, dass unsere Kondition wohl doch nicht die schlechteste ist und wir die Etappen im Großen und Ganzen gut geschafft haben.

Gleichzeitig sind wir traurig, dass die tollen Tage in den Bergen enden. Das Gefühl „Schade, es ist vorbei“ kennen wir von vielen Urlauben, auf denen wir Spannendes erleben und Interessantes kennenlernen dürfen. Doch in den Bergen, oft weit ab von der Zivilisation und inmitten der Natur, konnten wir so richtig den (Berufs-)Alltag abschalten. Wir waren einfach mit uns selbst beschäftigt: Die Kraft einzuteilen, einen Fuss hinter den nächsten zu setzen, darauf zu achten, dass wir auch schwierige Stellen meistern. Dazu die wilde und einzigartige Landschaft, die uns so oft begeisterte. Perfekt, um die freien Tage voll und ganz auszukosten.

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Wir können den E5 auf jeden Fall empfehlen. Wer etwas Erfahrung im alpinen Gelände gesammelt hat und ansonsten gerne auch wandernd unterwegs ist, der sollte den Fernwanderweg gut schaffen. Wer sich unsicher fühlt, sollte auf jeden Fall auf einen Bergführer setzen. Es gibt einige Bergschulen, die Touren anbieten. Hier werden auch Komforttouren angeboten, sprich man läuft nur mit Tagesgepäck.

Aus unserer Sicht gehört es zu so einer Tour zur Erfahrung aber mit dazu, das Gepäck auch selbst zu tragen. Wer unter zehn Kilogramm bleibt und vorab mit Gewicht auf dem Rücken gelaufen ist, sollte das auch schaffen. Alle Pfadis kennen das ja bereits, dass man auf Mehrtagestouren das Gepäck selbst trägt.

Unsere Tour haben wir so geplant, dass wir in den Tälern übernachten. In den Wanderführern sind die Touren meist so beschrieben, dass sie von Hütte zu Hütte in den Bergen führen. Mit entsprechender Vorbereitung lässt sich aber grundsätzlich auch anders planen.

Zur Planung empfehlen wir folgende Wanderführer:

Wir waren grundsätzlich sehr zufrieden mit unserer Etappen-Gestaltung, auch wenn natürlich das einzigartige Hüttengefühl (Sonnenauf- und -untergang am Berg) etwas zu kurz kommt. Lediglich am zweiten Tag haben wir vom Berggasthof Hermine über die Memminger Hütte und die Seescharte nach Zams uns etwas viel vorgenommen. Diese Etappe würden wir künftig etwas abkürzen, in dem wir beispielsweise bis zur Materialseilbahn Memminger Hütte mit dem Feuerstein-Shuttle fahren. Auch würden wir sehr früh am Morgen aufbrechen, um sich zwischendrin etwas mehr Pausen gönnen zu können.

Das sind wir gelaufen:

TagStreckekmHöhenmeterÜbernachtung
1Mainz – OberstorfHaus Immenhof, Oberstdorf
2Spielmannsau – Holzgau15,161000/900Berggasthof Hermine, Madau
3Madau – Memminger Hütte – Zams251480/2021Pension Haueis, Zams
4Zams – Venet – Wenns
(Hier sind wir übers Piller Moor gelaufen)
9,2300/1500Landgasthaus Gasser, Wenns
5Ruhetag in Mittelberg: Rauf zum Rifflesee370Berggasthof Steinbock, Mittelberg
6Mittelberg – Braunschweiger Hütte – Vent
Diese Etappe können wir leider wegen Neuschnee so nicht laufen.Wir laufen rund vier Kilometer im Tal bei Mittelberg.

Angekommen in Vent laufen wir zu den Rofenhöfen.
4



5




190
Hotel Similaun, Vent
7Ruhetag in Vent: Auf den Mutsbühl6,5480Hotel Similaun, Vent
8Vent – Martin-Busch-Hütte – Vernagt20,71167/1320Obergamphof, Vernagt
9Katharinenberg – Giggelberg15,7965/635Gasthof Giggelberg
10Giggelberg – Meran19,730/1260Capitol Rooms, Bozen
11+12Bozen
Stadtbesichtigung und Wanderung auf dem Hausberg
17,6Capitol Rooms, Bozen

Wer noch einmal vergleichen möchte, was wir ursprünglich vor hatten, kann dies in diesem Beitrag nachlesen.

Unsere Packliste findet ihr übrigens hier.

Wie gut, dass der E5 sich nicht allein von Oberstdorf nach Meran beschränkt und es noch viele weitere Fernwanderwege gibt – und das nicht nur in den Alpen. Wir müssen uns eigentlich nur noch entscheiden…

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als stellvertretende Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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