E5: Von Mittelberg über die Braunschweiger Hütte nach Vent
Zu Fuß

E5: Von Mittelberg über die Braunschweiger Hütte nach Vent

Wie gerne würden wir euch hier berichten, wie abenteuerlich die E5-Etappe von Mittelberg über die Braunschweiger Hütte und das Rettenbachjoch nach Vent gewesen ist. Für die lange Strecke von rund 20 Kilometern mit über 1000 Höhenmetern hoch und wieder runter haben wir einen langen Tag eingeplant. Und davor und danach jeweils einen Pausentag in Wenns bzw. Mittelberg und im Bergsteigerdorf Vent. Doch leider hat das Wetter nicht mitgespielt und so können wir euch nicht vom Berge überqueren berichten, dafür von Alternativen.

Doch von vorne: Bereits am Vorabend rätseln wir, wie die Strecke hoch auf die Braunschweiger Hütte wohl wird. Zwei Klettersteigähnliche Wege gibt es nach oben: den Jägersteig und den Wasserfallsteig. Wir entscheiden uns in der Vorbereitung für den Wasserfallsteig, weil er etwas einfacher sein soll. Dazu kommt: Es regnet seit dem Mittag und das teilweise recht stark, sodass wir erwarten, dass die Strecke abseits ihrer sowieso bereits bestehenden Schwierigkeit noch herausfordernder wird. Bekannte treffen wir an der Mittelberger Bushaltestelle. Sie steigen im Regen noch am Nachmittag auf die Braunschweiger Hütte. Am nächsten Tag hören wir von ihnen: Das war kein Vergnügen.

Beim Blick aus dem Fenster aus unserem Zimmer im Berggasthof Steinbock sehen wir am frühen Morgen Schnee. Unsere Gastgeberin beim Frühstück: „So weit unten war er diese Saison noch nicht.“ Und kurze Zeit später etwas besorgt zu uns: „Wollt ihr wirklich da hoch heute?“

Wir sind extra früh aufgestanden, um die lange Etappe rechtzeitig angehen zu können. Beim Kaffee beschließen wir, ins Tal reinzulaufen. Das erste Stück geht über einen Fahrweg. Bis zur Gletscherstube sollten wir also keine Probleme haben. Und dann wollen wir die Situation neu sondieren.

Also werfen wir uns in unsere Regenklamotten (es tröpfelt leider immer noch), schultern den Rucksack, ziehen im „Schuhraum“ unsere Wanderschuhe an und denken schon: „Bäh, ist das ungemütlich.“ Wir gehen die wenigen Meter zur Bushaltestelle, wo auch der Fahrweg zur Gletscherstube startet. Eigentlich ein gutes Stück, um sich ein- und warmzulaufen für den Tag.

Wir passieren ein paar Kühe mit Kälbern und merken sehr bald, dass es heute keinen Sinn macht, den Aufstieg auf die Braunschweiger Hütte in Angriff zu nehmen. Wir drehen also nach dem Blick auf die – trotz düsterem Wetter – tolle Berglandschaft bald wieder um.

Bereits im Vorfeld haben wir recherchiert, wie wir alternativ nach Vent kommen: Mit dem Bus geht es aus dem Pitztal nach Imst (ungefähr eine Stunde), von dort aus mit dem Zug nach Ötztal (etwa 20 Minuten) und wieder weiter mit dem Bus nach Sölden (etwas mehr als eine Stunde). Von dort aus fährt dann wiederum ein Bus nach Vent (etwa 40 Minuten).

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Der nächste Bus aus dem Pitztal heraus, steht in Mittelberg zwar schon bereit, aber bis zur Abfahrtszeit ist noch lange hin. Weil wir keine Lust haben, im Nass-Kalten an der Bushaltestelle zu sitzen, laufen wir im Tal entlang von Ort zu Ort, bis wir in etwa wieder mit der Busabfahrtszeit zusammen treffen. So können wir uns heute wenigstens etwas bewegen und fangen nicht an zu frieren.

Während wir an der Bushaltestelle in Tieflehn auf die Postbus-Abfahrt warten, erreicht uns der Anruf unserer Bekannten. „Macht auf keinen Fall den Aufstieg zur Braunschweiger Hütte, hier oben gab es 20 Zentimeter Neuschnee.“. Der Aufstieg sei am Vortag bereits im Regen sehr schwierig gewesen und die Betreiber der Braunschweiger Hütte alles andere als begeistert gewesen, bei dem Wetter noch recht spät die Gäste zu empfangen. In einer Kolonne sei man am Morgen über das Rettenbachjoch gekommen und von der anderen Seite mit dem Bus nun auf den Weg nach Sölden und Vent.

Auch wir steigen in den Bus: Podcast bzw. Musik an und auf nach Vent per Bus. Bis Sölden vergeht die Zeit auch einigermaßen schnell trotz langer Fahrzeiten. Berge schauen können wir ja dennoch. In Sölden selbst zieht sich unser Aufenthalt. Auf den nächsten Bus müssen wir zwei Stunden warten – zu wenig Zeit, um eine sinnvolle Tour rund um Sölden zu machen, zu viel, um nur Mittag zu essen.

Letzteres machen wir dann aber – abseits von einmal durch Sölden laufen und einen Einkauf im Spar und einem Stopp in der Touristeninfo. Doch als wir im Bus nach Vent sitzen und schließlich im Bergsteigerdorf ankommen und dort endlich noch eine Runde laufen können, sind wir sehr froh.

Wir haben übrigens fest vor, die Etappe irgendwann einmal nachzuholen – und wenn es nur ist, von Mittelberg auf die Braunschweiger Hütte aufzusteigen und von dort wieder runter. Hoch wollen wir dort auf jeden Fall noch.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Chefredakteurin bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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