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Genuss auf der Hacienda El Porvenir am Rande des Nationalparks Cotopaxi

Nächster Stopp nach Quito: Die Hacienda El Porvenir am Rande des Nationalparks Cotopaxi. Wunderschön gelegen und umgeben von mehreren Vulkanen, mit Blick auf eine weite Ebene lassen wir es uns hier die nächsten Tage gut gehen.

Die Straße aus Quito heraus ist gut ausgebaut und so kommen wir die rund 50 Kilometer bis zur Stadt Machachi gut voran. Die Kleinstadt gilt als landwirtschaftliches Zentrum und ist bekannt für ihr Mineralwasser Güitig. Ab hier wird die Straße holprig. Über eine Art Kopfsteinpflaster passieren wir die Bauernschaft Santa Ana del Pedregal und steigen immer höher auf.

Auf 3600 Meter schließlich liegt die Hacienda El Porvenir. Einladend ist das alte Landgut mit den roten Mauern und dem Reetdach vor blauem Himmel. Wir werden im Kaminzimmer mit Empanadas und einem lokalen, warmen Getränk begrüßt, das Zimttee, Fruchtsaft und einen süßen Schnaps beinhaltet. Perfekt zum Aufwärmen, denn es ist frisch.

Unser Zimmer ist wunderschön unter dem Reetdach gelegen. Von der Dusche aus gibt es den Ausblick auf die Ebene. Ansonsten ist das Zimmer schön hergerichtet: blaue Holzstreben, gelbe Wände, Blumen und eine Karaffe mit Quellwasser – hier lässt es sich wunderbar entspannen. Nach einem kurzen Mittagessen (ecuadorianische Kartoffelsuppe bzw. Hamburger im Anden-Style mit Kartoffel-Crunchy auf dem Patty) erkunden wir die Umgebung. In etwa 30 Minuten läuft man am Rande der Weiden und durch einen kleinen Wald zu einem Wasserfall. Dabei passieren wir einen Campingplatz – eine tolle Alternative zur Hacienda.

Am Abend genießen wir das leckere Essen, das es auf der Hacienda gibt. Es wird viel Wert gelegt auf frische und lokale Zutaten. Das Schweine-Geschnetzelte in Tacos mit einem Chutney und das Risotto mit Rosinen und Nüssen war richtig lecker. Dazu Merlot aus Ecudor und zum Nachtisch einen noch warmen Schokokuchen auf Vanillecreme – Genuss pur. Das lodernde Kaminfeuer im Rücken und der Kerzenschein auf den Tischen sorgen für ein entspanntes Ambiente.

Nach einem opulenten Frühstück zieht es uns am nächsten Morgen erneut nach draußen. Wir wollen den vier Kilometer langen Rundwanderweg laufen, der an der Hacienda startet. Vom starken Wind getrieben, laufen wir wieder an den Weiden der Kühe und Pferde entlang. Kurz bevor wir am Wasserfall ankommen, biegen wir links ab und laufen über eine Brücke. Der Weg führt uns durch einen Wald – wohl einer der höchstgelegenen. Wir entdecken verschiedene Wildkräuter, Huckleberrys (blaue Beeren) und schließlich auch Aloveren und Kakteen, als wir aus dem Waldstück wieder herauskommen.

Immer wieder halten wir an und genießen die Aussicht – auf die Ebene und die Vulkane der Umgebung. Alexander von Humboldt taufte die Gegend »Straße der Vulkane«. Von unserem Standpunkt aus können wir das an diesem Morgen gut nachvollziehen: In welche Richtung wir auch blicken – überall (inaktive) Vulkane. Das Panorama ist toll anzusehen.

Schließlich zeigt sich auch der Cotopaxi mit seiner weißen Schneekuppe und dem rot-bräunlichen Fels. Mit diesem Anlitz hebt sich der 5897 Meter hohe noch aktive Vulkan deutlich von der Umgebung ab. Wir sind schon sehr gespannt darauf, am nächsten Tag dort wandern zu gehen.

Die Hacienda kommt wieder in unser Blickfeld und so fällt die Orientierung trotz nicht so richtig sichtbarer roten Markierung leicht. Über Weideland und am Rande von kleinen Canyons sind wir nach rund zwei Stunden wieder zurück und wärmen uns bei einem Tee am Kaminfeuer. Die kleine Wanderung ist perfekt zum Akklimatisieren. Bis auf 3720 Meter geht es hoch – langsames laufen und viel trinken helfen, mit der Höhe besser zurecht zu kommen.

Am Nachmittag lassen wir es uns im Spa gut gehen – und das haben wir sogar ganz für uns alleine. Drei Tubes mit Quellwasser – kalt, heiß und als Whirlpool – laden zum Entspannen ein. Das warme Wasser tut gut – draußen sind es gerade mal 13 Grad. Schade nur, dass die Sauna derzeit kaputt ist. Dafür gönnen wir uns eine Massage – sehr wohltuend. Dazu der Blick auf die tolle Landschaft, ein Kamin mit knisterndem Feuer und ein gutes Buch – auf jeden Fall sehr entspanntes Programm. Das leckere Abendessen (Steak auf dem Vulkanstein gebraten und Steak mit Kartoffelnest und Ei) bilden einen tollen Abschluss für diese entspannte Tage auf der Hacienda El Porvenir.

Hinweis: Die Hacienda bietet übrigens ein vielfältiges Angebot: Mit einem Guide kann man zum Beispiel zum Volcán Rumiñahui (4721 Meter), es gibt verschiedene Reitausflüge und Mountainbike-Touren. Daneben gibt es zwei Spazier- bzw. Wanderrouten, die selbst gegangen werden können, sowie der Spa-Bereich und verschiedene Möglichkeiten, das Leben auf der Hacienda etwas näher kennenzulernen (beispielsweise einen Seil-Kurs).

Jule Lumma

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Leitung Digital bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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