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Reisevorbereitungen Nepal

In vier Wochen geht es endlich los – nach Nepal. Nach diversen Kurztrips in diesem Jahr (u.a. nach Slowenien und Österreich oder aber Holland – ok, Lukas war länger in Österreich) wird es nun Zeit für längeren Urlaub und unsere offiziellen Flitterwochen.

Von Nepal träumen wir beide schon lange: Wandern durch eine einzigartige Berglandschaft, das ist einfach ein Traum. In unserem Evernote-Notizbuch zum Reisen sammeln sich bereits viele Links und Snippets aus Reisemagazinen zu genau dieser Region. Schon im vergangenen Jahr wollten wir in das Himalaya-Gebiet, Nepal am liebsten mit Bhutan kombinieren. Doch die beste Zeit für ein Trekking ist im Frühjahr (März bis Mai) und Herbst (Oktober und November). Nur dann ist die Sicht auf die Berge gut. Von Juni bis September ist in Nepal Regensaison – das heißt, es kann zu Erdrutschen kommen, Wanderungen müssen kurzfristig umorganisiert werden und von Wolkenverhangenen Bergen hat man auch nicht so viel. Also ging es vergangenes Jahr im August/September dann doch nach Ecuador (und das war auch wunderschön und vor allem mit den Galapagos-Inseln Teil der Bucket-Reise-Liste).

Der Hype um Nepal als Trekking-Land ist uns bewusst. Vieles sehen wir auch kritisch (beispielsweise der Müll in den Basecamps) und verstehen nicht, wie man so rücksichtslos reisen kann. Uns ist es wichtig, die Natur zu erleben (und sie nicht zu verdrecken), in den Austausch zu kommen mit der Bevölkerung und von der Kultur zu lernen. So überlegen wir uns genau, wo und wie wir unterwegs sein sollen und entscheiden uns – erneut – mit Erlebe Fernreisen eine Trekkingtour zu planen. Hier können wir uns darauf verlassen, dass die Bausteine möglichst nachhaltig geplant sind und unter maximaler Einbeziehung der einheimischen Bevölkerung ablaufen. Erlebe und die regionalen Partner kümmern sich außerdem um die Permits, die man in viele Regionen für das Trekking benötigt – damit haben wir also keinen Stress. In Nepal arbeitet Erlebe unter anderem mit Royal Mountain Travel zusammen.

Zuerst verschaffen wir uns einen Überblick über die Wanderregionen. Auf der Trekking-Guide-Seite werden die unterschiedlichsten Gebiete vorgestellt, man erhält einige Tipps und kann sich in beispielshafte Touren einlesen. In vielen Blogs lesen wir von tollen Trekking-Erlebnissen, zum Beispiel bei den Reisedepeschen von einem Community-Trail und bei “A world to travel” von einer Wanderung zum Mohare Hill. “Off the Path”, die wir gerne auch als Podcast hören, stellt sehr detailliert den Annapurna-Trek samt Ausrüstungsliste vor. “We travel the world” listet die Top-Sehenswürdigkeiten für Nepal auf – und preist natürlich auch eigens erstelle Reiseführer an.

Bei “Himalaya Info” gibt es eine gute Übersicht zu den Gipfeln und zahlreiche Infos zum Beispiel zum Wandern rund um den Poon Hill. Zahlreiche Reiseberichte findet wir auf Himatrek – der letzte leider aus dem Jahr 2018. Und natürlich gibt es auch auf YouTube zahlreiche Videos zu Reiseerlebnissen in Nepal:

Wir entscheiden uns bei der Reiseplanung recht schnell gegen die Region um den Mount Everest. Klar, der höchste Berg der Welt ist Anziehungspunkt, doch damit auch DER Touristenspot. Wer hat nicht noch die Bilder vor Augen, die im Mai durch die Medien gingen, als Bergsteiger an der Everest-Spitze anstanden?

Hinzu kommt: In die krasse Höhe wollen wir nicht – und können wir auch nicht. Das bedarf einiger Vorbereitung und dazu fehlt uns derzeit die Zeit. Leider!

Flüge nach Lukla, den Ausgangspunkt für die Touren in das Everest-Gebiet, bieten einige Reiseagenturen gar nicht erst an. Selbst organisieren ist hier angesagt, denn: Der Flughafen gehört zu den gefährlichsten der Welt. Immer wieder kommt es zu Unfällen mit Toten. Mit selbst organisieren haben wir kein Problem, aber mit all den anderen Rahmenbedingungen ein weiteres Argument gegen das Gebiet.

Wir wählen schließlich die Annapurna-Region. Der Annapurna-Trek zählt zu den schönsten der Welt, Trekking-Tourismus gibt es seit den Siebzigern. Doch natürlich ist dieser Spot auch überlaufen. Poon Hill und Mohare Hill sprechen uns an – letztendlich wird es eine Fünf-Tages-Tour durch einen Teil des Annapurna-Gebietes, das noch nicht so überlaufen ist. In Beni startet eine Tour, die von der lokalen Bevölkerung mit Hilfe des Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen gestaltet wurde. Wir übernachten bei Einheimischen und bekommen hoffentlich etwas vom Alltag unserer Gastfamilien mit.

Auf der Wanderung werden wir unter anderem Nangi auf 2.250 Metern Höhe passieren – der Ort ist bekannt für die Herstellung von Papier. Höhepunkt wird der Aufstieg auf den Mohare Hill auf 3.300 Meter sein. Am frühen Morgen soll es hoch gehen – für den besten Ausblick bei Sonnenaufgang auf die Dhaulagiri Bergkette mit dem 8.176 Meter hohen Gipfel. Wir sind schon sehr gespannt.

Zum Einstieg werden wir vorher von Bandipur aus eine Tageswanderung zu den alten Dörfern der Newari machen. Da können wir uns so langsam an die Höhe heranwagen. Bandipur liegt auf etwa 1000 Metern und soll eine gemütliche Stadt sein, in der die Zeit ein wenig stehen geblieben ist.

Natürlich stehen auch Kathmandu und die Königsstädte Patan und Bhaktapur auf dem Plan. Wir werden außerdem ein paar Tage im Chitwan Nationalpark verbringen – das wird sicherlich ein kleines, feines Abenteuer, wenn wir mit dem Kanu auf Krokodil-Spotting gehen oder bei der Wanderung durch den Dschungel hoffentlich das ein oder andere Tier sehen.

Die Vorfreude steigt nun also von Tag zu Tag. Die YouTube-Playlist mit einigen Videos zu Nepal läuft, die Gebrauchsanweisung Nepal ist gelesen (allerdings nicht empfehlenswert), der Reiseführer aus dem Trescher-Verlag mit sehr vielen Hintergrundinfos zu Land und Kultur liegt bereit, der von Stefan Loose ist bereits auf das iPad geladen. Wir sind sehr gespannt auf unser Reiseziel – auf die kulturelle Vielfalt, auf die einzigartige Landschaft, vor allem aber auf die Berge. Wir freuen uns auf die Gipfel des Himalaya (wenn auch nur von unten), auf bunte Gebetsfahnen, auf buddhistische und hinduistische Tempel. Für Lukas ist es übrigens das erste Mal Asien – da gibt es dann besonders viel Neues zu entdecken.

Empfehlenswerte Literatur

Und hier geht es zum ersten Bericht von unserer Reise: Angekommen in Nepal.

Jule Lumma

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Leitung Digital bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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