Busausbau - Streichen
Bulli-Leben

Unser Busausbau-Jahr 2020

Anfang des Jahres war unser Bus noch rostig und fleckig, heute ist er blau, hat eine Solaranlage und allerlei andere praktische und schöne Dinge. Im Jahr 2020 haben wir viel an unserem Bus geschafft. Viele Stunden sind in den Busausbau geflossen – und auch die ein oder andere Stunde in der Werkstatt wurde an ihm gearbeitet. Die frohe Botschaft: Wir haben 2020 auch wieder TÜV bekommen!

Januar

Einmal Relais und Sicherungen checken, denn unser Blinker will nicht mehr so wie wir. Zuverlässigkeit beim Blinken ist eben etwas anderes… Am Ende muss dann doch ein neuer Blinkerschalter her. Auch die Zentralverriegelung zickt. Mit Unterstützung von Waldemar wird der Motor repariert und das ganze wieder eingebaut.

Unser hinterer Hochschrank entsteht ebenfalls im Januar. Unser Innenausbau-Meister Theo ist hier natürlich am Start. Immer wieder tragen wir den Schrank aus der Werkstatt, schauen, wo es noch nicht passt. Dann wird wieder ein wenig geschliffen und zum Schluss passt es perfekt. Bevor wir den Schrank befestigen, gilt es, unser Hashtag-Reiselust-Schild zuzuschneiden und zu befestigen.

Februar

Im Februar tauschen wir die Heckklappendämpfer aus. Mit den alten blieb die Heckklappe nie von alleine oben. Sicherlich Materialmüdigkeit, aber eben auch der Umstand, dass der Fahrradständer auf der Heckklappe drauf und damit zusätzliches Gewicht zu stemmen ist. Die Arbeiten sind schnell erledigt – im Nachgang die Erkenntnis: hätten wir auch früher machen können.

Im gleichen Zug beschäftigen wir uns ein wenig mit dem Thema Strom. Wir verlegen die Kabel noch einmal richtig und bereiten alles vor für weitere Elektro-Arbeiten vor. So wird der Sicherungskasten schon einmal zusammen gebaut und der Kühlschrank bekommt neue Stecker.

Ende Februar beginnen die Arbeiten für die Heckschublade, die bis unter die Bank gehen wird. Außerdem erhalten wir die Möglichkeit bei einem Pfadfinden-Bekannten die Grube zu nutzen. Eigentliches Ziel: Die Standheizung installieren. Doch so richtig klappt das nicht….

März

Anfang März geht es wieder an Elektro-Themen. Wir installieren mit Unterstützung von Waldemar die Pumpe für den Wasserhahn. Auch funktioniert nun die Elektro-Kontrolleuchte: Über das Schaltboard sehen wir einerseits den Ladestand der Batterie, zum anderen können wir gezielt Kühlschrank, Wasserpumpe und Co ein- oder ausschalten.

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Am 8. März zieht die Heckschublade in unseres Bus ein. Theo hat fleißig dran gearbeitet und wir nutzen einen Sonntag zum Einbau und zum Befestigen an der Bodenplatte. Richtig schick sieht das auch und richtig viel Stauraum haben wir nun.

Es bleibt am Sonntagmittag auch Zeit für kleinere Arbeiten: Wir nutzen aus, dass unser Bus-Innenausbau nun komplett ist. Die Küchenutensilien werden neu eingeräumt, der Beifahrergurt neu befestigt. Die Einstiegsleiste gehört mal ordentlich geschrubbt – eine Sonntagsbeschäftigung.

Ende März wird der neu erstandene (gebrauchte) Teppich für den Fahrerraum geschrubbt. Kurze Zeit später kommt der alte Teppich raus und der neue rein. Und da wir dazu die Sitze ausbauen müssen, werden auch diese einmal entrostet, neu lackiert und die Polster gereinigt. Nachlesen könnt ihr dies in den Beiträgen Teil 1 und Teil 2 oder hier nachschauen im Zeitraffer-Video:

Paralleles Arbeiten: Während Lukas im Fahrerraum werkelt, bearbeitet Jule die Plastikteile. Schön anzusehen sind sie nun.

Nachdem wir 2019 bereits Bodenplatte und PVC verlegt hatten, war noch offen, neue Schutzbleche für die Lüftung einzubauen. Die erste Lösung hielt nicht zu lange – zu oft waren wir auf die nach oben gestülpten Rillen getreten. Lochbleche – die Antwort darauf für 2020.

April

Direkt zum Start in den April gibt es ein neues Lenkrad für den Bus, den lang ersehnten neuen Blinkerschalter und neue Schutzmatten für den Fahrerraum. Auch muss die Zweit-Batterie unter dem Fahrersitz ausgetauscht werden.

Nach einem Jahr 2019 mit vielen Werkstattbesuchen nervt uns weiterhin, dass die Warnleuchte für das Kühlmittel immer und immer wieder angeht. Auch bemerken wir immer wieder Flecken unterm Auto. Wir spendieren unserem Kühltank einen neuen Verschluss, doch es wird nicht besser und wir rufen bei Roland König an. Neben einer neuen Wasserpumpe gibt es so im April neue Nebelscheinwerfer, ABS-Ringe und eine Achsmanchette werden ausgetauscht.

Mai

Im Mai gehen wir das Projekt Solaranlage an. Zur Hochzeit hatten wir die Module erhalten – es wird ein Jahr später Zeit, dass sie aufs Dach kommen. Waldemar hilft uns dabei und da wir bereits ein paar Vorbereitungen erledigt haben, sind wir an einem Wochenende auch fertig. Gesetzt wird gleich auch noch eine Steckdose für den Kühlschrank. Bisher hatten wir hier ein Provisorium – nun ist alles richtig verbaut, sodass wir künftig die Möglichkeit haben, unseren Kühlschrank sowohl über Landstrom als auch über Solar oder Batterie zu betreiben.

Kleine Verschönerungsaktion im Bus: Teppich, Deckenüberzug für die Rückbank und Ordnungsmäppchen aus Filz für mehr Ordnung im Handschuhfach ziehen ein. Die Tibet-Fahnen aus unserem Nepal-Urlaub sind auch bereits eingezogen.

Am 16. Mai starten wir mit Rostarbeiten. Rund um die Landstrom-Steckdose ist es rostig. Über dem Radkasten daneben hat jemand schlecht gespachtelt und direkt daneben stoßen wir auf ein Loch. Bei der Schiebetür hat sich in der Leiste Rost festgesetzt, zwischen Schiebe- und Beifahrertür finden wir ebenfalls Stellen, die es zu bearbeiten gilt. In der Vergangenheit mussten wir immer mal wieder Stellen bearbeitet. Auch an diesem Tag schleifen wir ordentlich was weg – mit der Hand und der Maschine. Es wird gespachtelt und erneut geschliffen, mit Rostschutz alles bearbeitet. Unser Bus wird fleckiger und fleckiger. Mehr zu den Rostarbeiten könnt ihr auch in diesem Beitrag nachlesen oder hier nachschauen:

Am 17. Mai haben wir uns übrigens auch eine neue (gebrauchte) Heckklappe besorgt. Nach genauerem Inspizieren der alten und den Tipps von Busausbau-Profis haben wir uns entschieden, die bestehende nicht aufwendig zu restaurieren, sondern eine gute gebrauchte zu kaufen.

Nochmal ran ans Waschbecken mussten wir am 19. Mai. Die Wasserpumpe will nicht mehr. Also einmal austauschen. Ende Mai bringen wir LED-Leisten am Hochschrank an. Die indirekte Belichtung bringt gemütliches Licht in den Bus.

Juni

Zwischenzeitlich haben wir außerdem beschlossen, dass wir uns fürs Schweißen Hilfe holen. Mit Silvan haben wir jemanden gefunden, der das richtig gut gemacht hat. Vielen Dank noch einmal für diesen tollen Job, der nach unserem Bus-Urlaub in der Sächsischen Schweiz im Juni passiert. Wir übernehmen die Nacharbeiten und sind richtig happy über den Vorher-Nachher-Vergleich:

Juli

Der Juli startet mit Vorbereitungen für unser Großprojekt: Wir demontieren den Fahrradständer an der Heckklappe. Am 4. Juli geht es dann an der neuen Heckklappe los. Auch hier heißt es erst einmal Teile demontieren, bevor viel geschliffen und gespachtelt wird.

Seitenspiegel abschrauben, Schweißnähte und Rüssel mit Sikaflex behandeln sowie die Heckklappe weiter bearbeiten: Am Abend des 9. Juli arbeiten wir nach Feierabend schon einmal vor. Denn das Wochenende, an dem unser Bus eine neue Farbe bekommen soll, steht vor der Tür. Theo ist auch tagsüber aktiv, arbeitet weiter an der Heckklappe und schleift die schwarzen Stellen am Bus ab. Nach Feierabend kommen auch wir. Die Heckklappe wird grundiert und die unteren Leisten werden mit Raptor gestrichen. Erst gegen 22 Uhr machen wir Feierabend.

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Am Samstag unterstützen uns fleißige Helfer: schleifen, spachteln, Rost entfernen, Rostschutz aufbringen, putzen, abkleben, Pavillion aufbauen – wir kommen Dank der Unterstützung sehr gut voran. Nachdem die Helfer*innen in den wohl verdienten Feierabend gehen, sind wir kurz vor 18 Uhr noch richtig motiviert. Wir streichen nicht nur weitere Teile mit Raptor, sondern probieren auch an einer Seite schon einmal die Farbe aus. Sonntags wird so lange gearbeitet, bis das Material ausgeht. Um 16 Uhr beenden wir das Streich-Wochenende.

Am 23. und 24. Juli gehts nach Feierabend weiter. Wir verbessern unsere Streich-Methode samt Staubentfernung und entrosten die Felgen, auf denen unsere Allwetterreifen sind. Am 25. Juli sind wir fertig mit unserer Streichaktion am Bus. Nach ausgiebigem Trocknen kommen am 27. Juli wieder alle Anbauteile dran. Auch gibt es einen erneuten Raptor-Einsatz: Für Leisten und Felgen. Im Blog haben wir diesen Farb-Einsatz ausführlicher dokumentiert:

Ende Juli geht es zum TÜV. Dabei wird bemerkt, dass die Bremsen an der Hinterachse getauscht werden müssen. Außerdem gönnen wir uns, dass die Werkstatt die neuen Reifen aufzieht.

Im Sommer tauschen wir den schweren Berger-Kühlschrank, den wir beim Buskauf mitbekommen haben, gegen eine kleinere Kühlbox aus. Die ist vom Volumen völlig ausreichend und kann sowohl über 220 V als auch Zigarettenanzünder betrieben werden. Den Kühlschrank können wir – wie viele andere Bus-Dinge, die wir nicht mehr brauchen – im Corona-Sommer gut verkaufen.

August

Im August bauen wir endlich die neue Heckklappe ein. Toll aufbereitet ist sie bereits. Am 5. August ziehen wir die Verankerung für den Ersatzreifen von der alten auf die neue Heckklappe um. Zwei Tage später dann der Umbau, bei dem uns ASN, Jono und Theo unterstützen. Am Tag drauf stehen für uns Nacharbeiten an: Teile wie Scheibenwischer und Ersatzradhalterung werden montiert. Ende August kommt auch endlich wieder das VW-Zeichen auf die Heckklappe. Dem Heckscheibenwischer spendieren wir eine neue Düse.

Am letzten August-Wochenende gibt es außerdem einen Tisch für unseres Bus, also einen, mit dem wir auch innen essen können. Die Halterung dazu wird befestigt, die Tischplatte angepasst und gestrichen.

September

Unserem Bus gönnen wir im September ein neues Getriebe. Bei den Arbeiten wird auch ein Kurzschluss im Tachofeld beseitigt, eine Achsmanschette gewechselt und der Ölfilter erneuert.

Zeit für neuen Glanz im Fahrerraum: Die Plastikteile werden behandelt. Auch gibt es einen neuen Anschnaller für die Beifahrerseite. Außerdem geht es noch einmal an die Heckklappe. Es fehlt bisher die Dämmung. Das holen wir im September nach. Auch haben wir eine Airline-Schiene besorgt. Diese wird zwischen Dach und Türen auf der Beifahrerseite befestigt.

Lukas bekommt zum Geburtstag einen neuen Fahrradanhänger. Statt an der neuen Heckklappe sitzt dieser nun auf der Kupplung auf.

Oktober

Erneuter Einsatz an der Heckklappe: Nach der Dämmung kommt nun noch eine Holzplatte als Verkleidung drauf.

Kurz bevor es mit dem Bus in den Urlaub geht, bekommt unser Kocher noch eine Hülle aus Kohtenstoff. Auch das Besteck ist nun in einer entsprechend von Rita selbstgenähten Tasche gut verstaut. Danke an die Nähexpertinnen!

November

Wir wollen wieder eine Standheizung. Der Urlaub hat gezeigt, dass es trotz alternativer Heizmethoden doch sehr viel gemütlicher mit ist. Lukas bastelt Modelle, um zu sehen, wie das funktionieren kann. Dann wird bestellt, doch die Lieferzeit ist lange und so müssen wir uns noch ein wenig gedulden, bis wir euch davon berichten können.

Dezember

Im Dezember sind wir faul, was die Arbeiten an unserem Bus betrifft: ein paar Abmessungen für neue Vorhänge und Abwasser leeren. Ansonsten steht eher das Pläne schmieden an. Nach dem Jahreswechsel wollen wir das Bett im Innenraum basteln. Auch wollen wir im Cockpit eine Ablagefläche für Wasserflaschen und Karten schaffen. Zu Weihnachten haben wir von unseren Eltern einen Zuschuss für ein neues Dach bekommen – nach langer Lieferzeit wird das ein Projekt für 2021. Lukas freut sich außerdem über einen 3D-Drucker zu Weihnachten und natürlich gibt es viele Ideen, was wir damit für den Bus produzieren könnten. Ihr dürft also gespannt sein, was im neuen Jahr alles passiert.

Wenn wir nicht am Bus gearbeitet haben, waren wir mit ihm unterwegs – oder aber in der näheren Umgebung zu Fuß. Lest mehr dazu in unserem Jahresrückblick 2020.

Pfälzerin, Redakteurin, Fernweh-Geplagte. Pfadi, Abenteuer-freudig und gerne unterwegs. Als Leitung Digital bei der VRM und ausgebildete Redakteurin sorgt Jule dafür, dass alle Reiseerlebnisse sich im Blog wiederfinden. Abseits vom Dokumentieren kümmert sich Jule um die Orga und Planung vorab, denn das Reisegefühl startet bereits bei den Vorbereitungen.

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